Berührender, poetischer Generationenroman

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carolina_mc Avatar

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Die Riesinnen ist ein vielschichtiger, poetisch erzählter Roman über drei Frauen aus drei Generationen, Liese, ihre Tochter Cora und deren Tochter Eva, die in einem kleinen Dorf im Schwarzwald leben und mit Erwartungen, Konventionen und ihrer eigenen Identität ringen.

Die Geschichte beginnt in den 1960er‑Jahren mit Liese, die sich in einer traditionellen, engen Dorfgemeinschaft behaupten muss. Sie übernimmt nach dem Tod ihres Mannes eine Metzgerei, kämpft für ihre Tochter und setzt sich gegen althergebrachte Rollenbilder durch. Cora, ihre Tochter, trägt den Kampf gegen die Beschränkungen ihrer Umgebung in sich, erlebt Enttäuschung, Ausbruch und Rückkehr, und schließlich Eva, die jüngste Generation, versucht ihren Platz zwischen Liebe zur Natur, Sehnsucht nach Freiheit und familiären Wurzeln zu finden.
Hannah Häffner erzählt diese Familiengeschichte mit *stilistischer Präzision und poetischer Sprache*, die gleichzeitig ruhig und eindringlich ist. Die Figuren wirken lebensecht, ihre inneren Konflikte und die Veränderungen über Jahrzehnte hinweg werden fein beobachtet und sensibel dargestellt. Die Atmosphäre des Dorfes, die Wechsel der Zeiten und die Kraft der Natur bilden ein dichtes Erzählgeflecht, das lange nachhallt.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Sehnsucht nach Freiheit und persönlichen Wurzeln, auf dem Ringen um Selbstbestimmung und Zugehörigkeit, Themen, die in allen drei Lebensentwürfen der Frauen tief verwoben sind. Der Stil ist häufig lyrisch und lässt Raum für Interpretation, was das Lesen zu einem sehr persönlichen Erlebnis macht.

Fazit: Die Riesinnen ist ein berührender, poetischer Generationenroman über weibliche Stärke, Verletzlichkeit und den Weg zu sich selbst. Wer ernste, literarische Familiengeschichten liebt, wird hier eine eindrucksvolle Lektüre finden.