Drei Frauen im Zentrum des Geschehens
Ich hab das Buch über die drei starken Frauen aus dem Schwarzwald sehr gerne gelesen. Wer - wie ich - in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist, wird viele dieser Dynamiken in so einer dörflichen Mikrogesellschaft wiedererkennen: diese vorschnell Urteilende, alles Beobachtende und jeden, der anders ist, Verachtende. Viele Personen sind über die Generationen hinweg daran zerbrochen. Und so tut es einem im Herzen weh, zu lesen, dass auch die ältere der drei porträtierten Frauen, Liese, daran zu zerbrechen scheint. Aber sie kämpft sich durch, übernimmt die Metzgerei ihres verstorbenen Mannes und schafft es zumindest, sich und ihr Kind durchzubringen, auch wenn sie die Liebe ihres Lebens nicht ausleben darf. Ihre Tochter Cora hat es schon etwas leichter, sie lässt sich nichts gefallen und nimmt sich ihre Freiheiten heraus. Sie bereist Europa, trifft sich mit verschiedenen Männern, lebt ihren Traum. Als sie jedoch ungewollt schwanger wird, kehrt auch sie gezwungenermaßen nach Hause in das kleine Dorf zurück. Erst in der dritten Generation kehrt sich das Ganze um: Eva, die zum Studium in die große Stadt zieht und dort mit einem Mann zusammenlebt, kehrt freiwillig in ihr Heimatdorf zurück, denn nur dort fühlt sie sich richtig wohl und findet ihre Bestimmung. Ein schöner Roman über Selbstfindung, Schicksal und das rechte Leben.