Drei Frauen und ein Dorf in den Wäldern und Bergen

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darkola77 Avatar

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Drei Generationen, drei außergewöhnliche Frauen, ein Dorf – das sind die Riesinnen. Liese, Cora und Eva. Von der Großmutter zur Tochter, zur Enkelin. Und das ist Wittenmoos. Ein kleines Dorf im Schwarzwald. Ihre Heimat.
Doch vor allem ist „Die Riesinnen“ ein Roman, der fasziniert und begeistert und von einer großen Sogkraft und Schönheit ist, wie auch der dunkle, dichte Wald für die drei Frauen- Der sie umgibt und umfängt, ihnen Zuflucht und der Ort ist, an dem sie sich geliebt und geborgen fühlen. Denn ihr Leben in der engen, verschworenen Dorfgemeinschaft ist von Ausgrenzung, Anfeindung und übler Nachrede geprägt und wird so zu einem Lebens- und Überlebenskampf. Zumindest bei Liese und später bei ihrer Tochter Cora ist dies so. Und so stark ausgeprägt. Liese, die unter der Dominanz und Vorherrschaft ihres Mannes leidet, der sie klein und gefügig hält. Und dessen Tod es ihr erst erlaubt, zu Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit zu finden. Ganz anders Cora mit ihrem Freiheitsdrang und unangepassten Verhalten, die es sehr schnell sehr in die Ferne zieht. Und dann noch Eva. Bei Eva ist alles anders.
Und dass Evas Leben und ihre Akzeptanz in Wittenmoos sich so sehr von dem ihrer Großmutter und auch Mutter unterscheiden, ist Zeichen und Folge der Entwicklung, welche die Familie von Generation zu Generation durchläuft. Und ebenso das Dorf mit seinen Bewohner*innen, die nur auf den ersten, oberflächlichen Blick der Zeit und den äußeren Einwirkungen zu trotzen scheinen. Doch ist es auch Ergebnis der Stärke und des Muts der drei Frauen. Ihrer unbeugsamen Charaktere. Und ihres Willens, trotz der Erwartungen anderer ihren eigenen Weg zu finden. Und diesen auch zu gehen.
Ich selbst bin ganz ohne Erwartungen auf diesen Roman getroffen. Und hatte ein Leseerlebnis, das mögliche Erwartungen noch übertroffen hätte. Denn die Sprache ist präzise, treffend und in Worten und Bildern, die mich haben innehalten lassen. Und die Geschichte ist schön und traurig zugleich, ließ mich durch die Seiten fliegen und doch wünschen, dass sie nicht enden mag.