Drei Generationen, drei Konflikte
In ihrem Roman "Die Riesinnen" zeichnet Hannah Häffner ein eindringliches Porträt weiblicher Genealogie.
Die Geschichte spannt einen Bogen über drei Generationen und beginnt bei Liese, der Großmutter, deren Lebensentscheidungen und Erfahrungen das Fundament für die nachfolgenden Frauen bilden.
Es ist aber auch ein Buch über das Erbe des Schweigens und gleichzeitig über die enorme Kraft, die in der weiblichen Ahnenlinie liegt, denn alle drei Frauen eint, dass sie sehr gross und hager sind und in ihrem kleinen schwarzwäldischen und sehr konservativen Dorf auffallen.
Liese ist die Wurzel der Geschichte.
Ihr Leben ist geprägt von der Nachkriegszeit, in der für Frauen Pflichterfüllung und Durchhaltevermögen über der Selbstverwirklichung standen. Lieses Ehe mit dem Metzger Bernhard ist keine glückliche und auch ihre Schwiegereltern stehen ihr neutral bis feindlich gegenüber.
Als ihre Tochter ebenso hager und gross wie Liese zu werden scheint und noch dazu kein Sohn die Ehe bereichert, steht Liese wieder stärker am Rand der Dorfgemeinschaft.
Lieses Erfahrungen – oft gezeichnet von Härte und den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Ära – setzen Dynamiken in Gang, die noch Jahrzehnte später spürbar sind.
Besonders prägend ist dieses allumfassende Schweigen im Dorf für ihre Tochter Cora, die aus dem Dorfleben ausbricht und einen ganz anderen Weg einschlägt.
Sie steht im Spannungsfeld zwischen der strengen Prägung durch Liese und dem Wunsch, ein freieres, moderneres Leben zu führen.
In ihrer Figur zeigt sich oft der Konflikt zwischen Tradition und Aufbruch.
Als jüngstes Glied der Kette ist es dann Coras Tochter Eva, die die Fragen stellt, die früher nicht gestellt werden durften.
Sie versucht, die Muster zu durchbrechen und das Erbe der "Riesinnen" zu verstehen, ohne daran zu zerbrechen.
Sehr beeindruckt hat mich die sprachliche Gewandtheit der Autorin.
Sie benutzt Worte wie Skalpelle, setzt die Sprache so gezielt, dass es einem beim Lesen bildgewaltig trifft und bringt so trotz- oder gerade wegen- der eher kurzen Sätze eine immense Stärke in die Handlung.
Gerade die Wirkung kurzer, prägnanter Sätze sorgt für starke Eindrücke, ohne dass mehr Worte nötig wären.
Ich verstehe den Titel des Buches nicht nur als Beschreibung der drei Generationen Riesinnen, sondern als Metapher.
Er beschreibt diese drei Frauen, die in einer Welt, die sie oft kleinhalten will, eine enorme innere Größe entwickeln müssen.
Es geht um das "Über-sich-Hinauswachsen" aus purer Notwendigkeit.
Das Buch zeigt meisterhaft, wie Lieses Erlebnisse und ihre Art, mit Schmerz oder Verlust umzugehen, unbewusst an ihre Tochter und Enkelin weitergereicht werden.
"Die Riesinnen" ist eine Hommage an die Frauen der Vergangenheit, die oft im Stillen Großes geleistet haben.
Mit Liese als kraftvollem, wenn auch komplexem Ursprung der Familie, zeigt Häffner, dass Heilung nur möglich ist, wenn man die Geschichten seiner Vorfahrinnen kennt und anerkennt.
Die Geschichte spannt einen Bogen über drei Generationen und beginnt bei Liese, der Großmutter, deren Lebensentscheidungen und Erfahrungen das Fundament für die nachfolgenden Frauen bilden.
Es ist aber auch ein Buch über das Erbe des Schweigens und gleichzeitig über die enorme Kraft, die in der weiblichen Ahnenlinie liegt, denn alle drei Frauen eint, dass sie sehr gross und hager sind und in ihrem kleinen schwarzwäldischen und sehr konservativen Dorf auffallen.
Liese ist die Wurzel der Geschichte.
Ihr Leben ist geprägt von der Nachkriegszeit, in der für Frauen Pflichterfüllung und Durchhaltevermögen über der Selbstverwirklichung standen. Lieses Ehe mit dem Metzger Bernhard ist keine glückliche und auch ihre Schwiegereltern stehen ihr neutral bis feindlich gegenüber.
Als ihre Tochter ebenso hager und gross wie Liese zu werden scheint und noch dazu kein Sohn die Ehe bereichert, steht Liese wieder stärker am Rand der Dorfgemeinschaft.
Lieses Erfahrungen – oft gezeichnet von Härte und den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Ära – setzen Dynamiken in Gang, die noch Jahrzehnte später spürbar sind.
Besonders prägend ist dieses allumfassende Schweigen im Dorf für ihre Tochter Cora, die aus dem Dorfleben ausbricht und einen ganz anderen Weg einschlägt.
Sie steht im Spannungsfeld zwischen der strengen Prägung durch Liese und dem Wunsch, ein freieres, moderneres Leben zu führen.
In ihrer Figur zeigt sich oft der Konflikt zwischen Tradition und Aufbruch.
Als jüngstes Glied der Kette ist es dann Coras Tochter Eva, die die Fragen stellt, die früher nicht gestellt werden durften.
Sie versucht, die Muster zu durchbrechen und das Erbe der "Riesinnen" zu verstehen, ohne daran zu zerbrechen.
Sehr beeindruckt hat mich die sprachliche Gewandtheit der Autorin.
Sie benutzt Worte wie Skalpelle, setzt die Sprache so gezielt, dass es einem beim Lesen bildgewaltig trifft und bringt so trotz- oder gerade wegen- der eher kurzen Sätze eine immense Stärke in die Handlung.
Gerade die Wirkung kurzer, prägnanter Sätze sorgt für starke Eindrücke, ohne dass mehr Worte nötig wären.
Ich verstehe den Titel des Buches nicht nur als Beschreibung der drei Generationen Riesinnen, sondern als Metapher.
Er beschreibt diese drei Frauen, die in einer Welt, die sie oft kleinhalten will, eine enorme innere Größe entwickeln müssen.
Es geht um das "Über-sich-Hinauswachsen" aus purer Notwendigkeit.
Das Buch zeigt meisterhaft, wie Lieses Erlebnisse und ihre Art, mit Schmerz oder Verlust umzugehen, unbewusst an ihre Tochter und Enkelin weitergereicht werden.
"Die Riesinnen" ist eine Hommage an die Frauen der Vergangenheit, die oft im Stillen Großes geleistet haben.
Mit Liese als kraftvollem, wenn auch komplexem Ursprung der Familie, zeigt Häffner, dass Heilung nur möglich ist, wenn man die Geschichten seiner Vorfahrinnen kennt und anerkennt.