Ein sehr bewegendes Buch über starke Frauen dreier Generationen

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fragola Avatar

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Ein Farn auf dem Cover ist nur ein kleiner Hinweis auf den Wald, den Schwarzwald, in dessen Umgebung die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen spielt. Und doch ist es genau dieser Wald, der ganz unterschiedlich, aber sehr eindrücklich auf alle wirkt.

Liese ist die Frau aus der Nachkriegsgeneration, für die ich große Sympathie hege, da ich selbst in diese Zeit hineingeboren bin. In den Konventionen verhaftet, verheiratet mit Bernhard, dem erfolgreichen Metzgerssohn, entspricht sie allen Erwartungen, ist fleißig, bekommt ein Kind. Allerdings nicht den erwünschten Stammhalter. Vielmehr ist Cora ungezügelt, wild und lebt so, wie Liese es sich vielleicht einmal vorgestellt hat. Und doch bringt die Freiheit Cora erst einmal kein Glück, sie kehrt schwanger in ihre Heimat zurück.
Hannah Häffner hat einen ganz eigenen Erzählstil. Er ist puristisch, fast poetisch, reißt an, lässt offen und bietet viel Spielraum für eigene Gedanken. Da ich selbst schon in den Sechzigern bin, kann ich unglaublich vieles sehr gut nachvollziehen, für mich hat das Buch schnell einen richtigen Sog entwickelt. Die Autorin versteht es, ihre drei Protagonistinnen lebensecht darzustellen, jede versucht, es in ihrer Zeit verbandelt mit den herrschenden Verhältnissen zum Besten zu wenden. Es gibt Rückschläge, Resignation, ja sogar Sinneswandel, und man kann mitempfinden, wie alle drei Generationen aneinander wachsen. Während Liese immer offener wird, findet Cora langsam Ruhe und es ist Eva, die von beiden lernt und doch ihre eigenen Wurzeln finden muss.
Mich hat das Buch sehr bewegt, beeindruckt und mitgerissen. Diese besondere, intensive, warmherzige und sehr reale Generationengeschichte dreier Frauen wird in mir noch lange nachhallen.