Schwarzwald-Atmosphäre zum Greifen
Die Familiengeschichte beginnt in den 1960er Jahren und begleitet über mehrere Jahrzehnte hinweg die drei Generationen der Riessberger-Frauen.
Lieselotte „Liese“ Riessberger. Zu groß, zu rot, zu dünn. Zu viel für diese Welt. Verheiratet mit dem mürrischen Metzger Bernhard und geplagt von einer Schwiegermutter, die ihr das Leben zusätzlich schwer macht, lebt sie im beschaulichen Dorf Wittenmoos. Als sie schwanger wird, hofft ihr Mann auf einen männlichen Erben. Doch mit Cora kommt ein weiteres großes, rothaariges Mädchen in die Familie. Wild und unangepasst, wird sie vom Vater gezüchtigt. Als Bernhard bei einem Verkehrsunfall stirbt, hält sich Lieses Trauer in Grenzen. Sie übernimmt die Metzgerei.
„Sie hat ihr Leben, und sie hat das Leben, das hätte sein können. Das reicht.“ (Zitat Seite 108)
Liese hat sich mit ihrer Situation arrangiert. Sie hat Cora, die sie über alles liebt. Gerade deshalb lässt sie ihre Tochter ziehen, hinaus in die weite Welt, weil sie versteht, dass Cora mehr sehen und erleben will als Wittenmoos. Als Cora schwanger aus Europa zurückkehrt, ohne den Kindsvater benennen zu können, ist Liese sofort für sie da. Allen missbilligenden Blicken des kleinen Ortes zum Trotz.
„Eine Liebe ist nicht weniger groß und mächtig, nur weil sie unter dem Gewicht des Lebens irgendwann nachgibt.“ (Zitat S. 203)
Mit Eva tritt eine weitere Generation der Riessberger-Frauen auf den Plan. Wie Liese und Cora ist sie schlank, groß gewachsen und rothaarig. Doch im Gegensatz zu ihnen fühlt sie sich von Anfang an verwurzelt. Sie bleibt.
Hannah Häffners Schreibstil ist ruhig, sachlich und auf den Punkt. Dabei bleibt er stets nahbar, bildstark und von einer leisen Sehnsucht durchzogen. Sie zeichnet nicht nur ein eindrückliches Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit. Alleinerziehende Frauen müssen auch heute noch mit vielen unsichtbaren Hürden kämpfen.
Besonders das kraftvolle Schwarzwald-Setting hat mich begeistert. Die Autorin fängt diese Mischung aus Düsterkeit, Nebel und geheimnisvoller Schönheit perfekt ein. Ich war selbst erst im Herbst dort wandern und musste ständig nicken: Ja, genau so fühlt es sich an: mystisch, rau und einfach wunderschön.
Für mich ist dieses Buch nicht nur eine leise Liebeserklärung an den wunderschönen Schwarzwald, samt Blick auf seine etwas verschlossene Gesellschaft, sondern ein starkes Statement über Heimat, Identität und die Frage, wie sehr wir an Orte, Erwartungen und Lebensentwürfe gebunden sind, die wir uns nicht ausgesucht haben.
Lieselotte „Liese“ Riessberger. Zu groß, zu rot, zu dünn. Zu viel für diese Welt. Verheiratet mit dem mürrischen Metzger Bernhard und geplagt von einer Schwiegermutter, die ihr das Leben zusätzlich schwer macht, lebt sie im beschaulichen Dorf Wittenmoos. Als sie schwanger wird, hofft ihr Mann auf einen männlichen Erben. Doch mit Cora kommt ein weiteres großes, rothaariges Mädchen in die Familie. Wild und unangepasst, wird sie vom Vater gezüchtigt. Als Bernhard bei einem Verkehrsunfall stirbt, hält sich Lieses Trauer in Grenzen. Sie übernimmt die Metzgerei.
„Sie hat ihr Leben, und sie hat das Leben, das hätte sein können. Das reicht.“ (Zitat Seite 108)
Liese hat sich mit ihrer Situation arrangiert. Sie hat Cora, die sie über alles liebt. Gerade deshalb lässt sie ihre Tochter ziehen, hinaus in die weite Welt, weil sie versteht, dass Cora mehr sehen und erleben will als Wittenmoos. Als Cora schwanger aus Europa zurückkehrt, ohne den Kindsvater benennen zu können, ist Liese sofort für sie da. Allen missbilligenden Blicken des kleinen Ortes zum Trotz.
„Eine Liebe ist nicht weniger groß und mächtig, nur weil sie unter dem Gewicht des Lebens irgendwann nachgibt.“ (Zitat S. 203)
Mit Eva tritt eine weitere Generation der Riessberger-Frauen auf den Plan. Wie Liese und Cora ist sie schlank, groß gewachsen und rothaarig. Doch im Gegensatz zu ihnen fühlt sie sich von Anfang an verwurzelt. Sie bleibt.
Hannah Häffners Schreibstil ist ruhig, sachlich und auf den Punkt. Dabei bleibt er stets nahbar, bildstark und von einer leisen Sehnsucht durchzogen. Sie zeichnet nicht nur ein eindrückliches Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit. Alleinerziehende Frauen müssen auch heute noch mit vielen unsichtbaren Hürden kämpfen.
Besonders das kraftvolle Schwarzwald-Setting hat mich begeistert. Die Autorin fängt diese Mischung aus Düsterkeit, Nebel und geheimnisvoller Schönheit perfekt ein. Ich war selbst erst im Herbst dort wandern und musste ständig nicken: Ja, genau so fühlt es sich an: mystisch, rau und einfach wunderschön.
Für mich ist dieses Buch nicht nur eine leise Liebeserklärung an den wunderschönen Schwarzwald, samt Blick auf seine etwas verschlossene Gesellschaft, sondern ein starkes Statement über Heimat, Identität und die Frage, wie sehr wir an Orte, Erwartungen und Lebensentwürfe gebunden sind, die wir uns nicht ausgesucht haben.