Toll für Leserunden!

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desirée Avatar

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Im Roman "Die Riesinnen" von Hannah Häffner begleiten wir die Geschichte von Liese, Cora und Eva, drei Generationen von Frauen einer Familien, die in einem Dorf im Schwarzwald zu Hause sind. Dabei geht es um die Fragen von Heimat und Zugehörigkeit, und wie es sich lebt in einer Dorfgemeinschaft, zu der man nicht recht dazu gehört.

Ich muss gestehen, dass mir der sehr poetische Schreibstil grundsätzlich gut gefallen hat, doch in Kombination mit den eher "abgehackten" Sätzen fiel es mir zunächst schwer in einen richtigen Lesefluss zu kommen. Dieser Stil war persönlich nicht meins, aber im Gegenzug habe ich der Geschichte der drei Protagonistinnen sehr gerne gefolgt.

Insbesondere die Perspektiven von Liese im Vergleich zu ihrer Tochter Cora haben mich sehr interessiert. Beide passen nicht ins Dorf und gehen doch völlig anders mit ihrer Situation um, was nicht zuletzt dem Aufwachsen in verschiedenen Generationen und Zeiten geschuldet sein dürfte. Die Generationen ändern sich, Cora traut sich mehr, lehnt deutlicher ab. Im Gegenzug bleibt ihre Mutter stärker in den Konventionen gefangen und schweigt z.B. über die Probleme in ihrer Ehe bzw. über das Verhältnis zu ihren Schwiegereltern.

Der Autorin sind aus meiner Sicht die verschiedenen Perspektiven ausgesprochen gut gelungen und sie lässt vieles zwischen den Zeilen mitschwingen. Darum empfehle ich das Buch sehr gerne für Leserunden, da es hier einiges gemeinsam zu entdecken und diskutieren gibt!