Von Größe, Kraft und Heimat
Drei Generationen von Riessberger Frauen wachsen in einem kleinen Dorf im Schwarzwald auf, gemeinsam haben sie ihre Körpergröße, ihre roten Locken und ihre hagere Gestalt. Liese hat es schwer mit ihrem Anderssein, wird gehänselt und auch vom eigenen Ehemann wenig geachtet, ist still, angepasst und möchte möglichst unauffällig sein. Als der heiß ersehnte Sohn ein Mädchen wird und Cora eindeutig auf die Mutter kommt wird schnell klar, dass beide es in der Dorfgemeinschaft nicht leicht haben. Cora ist laut und wütend, sie will weg aus diesem engen Dorf und scheitert doch an ihrer Flucht. Coras Tochter Eva soll es einmal besser machen, hinaus gehen in die weite Welt, doch sie liebt ihre Heimat und sucht lange ihren Platz im Leben.
Es sind drei starke und wundervolle Riesinnen, die Hannah Häffner in ihrem Roman beschreibt. Und mit jeder Generation ändert sich ein wenig, es ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte, auch wenn das kleine Dorf im Schwarzwald immer konservativ und altmodisch bleibt.
Ich bewundere vor allem Liese, mit welcher Kraft sie den Menschen trotzt, ihrem Ehemann und den Schwiegereltern, wie sie über sich hinauswächst wenn ihr nichts anderes übrig bleibt. Die starke Liebe zu ihrer Tochter ist verständlich, auch wenn sie Cora damit immer wieder in die Enge treibt. Ich mag ihr Verhältnis zu Eva, das nicht mehr so stark geprägt ist vom Erziehungsauftrag, sondern von Toleranz und Verständnis. Sie verkörpert für mich eine Generation, die nicht über das Schlechte spricht, sich nicht beklagt, die sich abfindet und immer weiter macht, kostet es was es wolle.
Cora leidet ebenfalls in der Dorfgemeinschaft an ihrem Aussehen, fügt sich jedoch nicht still den Gegebenheiten, sondern geht ihren eigenen Weg. Als ihre hart erkämpfte Flucht hinaus ins Leben kläglich und schwanger wieder bei der Mutter endet, muss sie sich jedoch wieder anpassen und mit der Häme und der Herablassung der Nachbarn leben. Aus der Eroberung der Welt ist eine Rückkehr geworden in ein Leben, das sie nicht wollte und für das sie nun verurteilt wird. Doch sie bleibt immer ein wenig widerborstig und stolz, was ich sehr an ihr mag.
Evas hadert in ihrer Generation weniger mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen, sie liebt tatsächlich den Wald und die ländliche Umgebung von klein auf. Doch Mutter und Großmutter wollen, dass ihr die Flucht aus dem Dorf gelingt, die die beiden Frauen vor ihr nicht geschafft haben. Der Druck, den sie auf Eva ausüben, ist immens, ohne dass sie sich dessen bewußt sind. Und so ist auch Eva auf ihre Art anders, hat andere Ziele und Interessen als die Menschen um sie herum und sucht lange nach einem Platz und ihrem eigenen Glück im Leben.
In einer wundervollen Sprache beschreibt die Autorin hier drei ganz besondere und starke Frauen und ihre (Hass)Liebe zur Heimat. Ihre Formulierungen sind oft ungewöhnlich, sehr poetisch und gehen tief unter die Haut. Eine eindringliche und einfühlsame Geschichte, die mich bis zur letzten Seite sehr bewegt hat.
Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die neben einer interessanten Geschichte auch Wert auf eine schöne Sprache legen.
Es sind drei starke und wundervolle Riesinnen, die Hannah Häffner in ihrem Roman beschreibt. Und mit jeder Generation ändert sich ein wenig, es ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte, auch wenn das kleine Dorf im Schwarzwald immer konservativ und altmodisch bleibt.
Ich bewundere vor allem Liese, mit welcher Kraft sie den Menschen trotzt, ihrem Ehemann und den Schwiegereltern, wie sie über sich hinauswächst wenn ihr nichts anderes übrig bleibt. Die starke Liebe zu ihrer Tochter ist verständlich, auch wenn sie Cora damit immer wieder in die Enge treibt. Ich mag ihr Verhältnis zu Eva, das nicht mehr so stark geprägt ist vom Erziehungsauftrag, sondern von Toleranz und Verständnis. Sie verkörpert für mich eine Generation, die nicht über das Schlechte spricht, sich nicht beklagt, die sich abfindet und immer weiter macht, kostet es was es wolle.
Cora leidet ebenfalls in der Dorfgemeinschaft an ihrem Aussehen, fügt sich jedoch nicht still den Gegebenheiten, sondern geht ihren eigenen Weg. Als ihre hart erkämpfte Flucht hinaus ins Leben kläglich und schwanger wieder bei der Mutter endet, muss sie sich jedoch wieder anpassen und mit der Häme und der Herablassung der Nachbarn leben. Aus der Eroberung der Welt ist eine Rückkehr geworden in ein Leben, das sie nicht wollte und für das sie nun verurteilt wird. Doch sie bleibt immer ein wenig widerborstig und stolz, was ich sehr an ihr mag.
Evas hadert in ihrer Generation weniger mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen, sie liebt tatsächlich den Wald und die ländliche Umgebung von klein auf. Doch Mutter und Großmutter wollen, dass ihr die Flucht aus dem Dorf gelingt, die die beiden Frauen vor ihr nicht geschafft haben. Der Druck, den sie auf Eva ausüben, ist immens, ohne dass sie sich dessen bewußt sind. Und so ist auch Eva auf ihre Art anders, hat andere Ziele und Interessen als die Menschen um sie herum und sucht lange nach einem Platz und ihrem eigenen Glück im Leben.
In einer wundervollen Sprache beschreibt die Autorin hier drei ganz besondere und starke Frauen und ihre (Hass)Liebe zur Heimat. Ihre Formulierungen sind oft ungewöhnlich, sehr poetisch und gehen tief unter die Haut. Eine eindringliche und einfühlsame Geschichte, die mich bis zur letzten Seite sehr bewegt hat.
Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die neben einer interessanten Geschichte auch Wert auf eine schöne Sprache legen.