Ein Plädoyer für Hoffnung

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Rutger Bregmans "Die Rückkehr der Hoffnung" ist ein kurzes, aber inhaltlich anregendes Buch. Auf etwas mehr als 90 Seiten fasst der Autor vier Vorträge zusammen, die er im Rahmen der BBC Reith Lectures gehalten hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir angesichts gesellschaftlicher Krisen und politischer Veränderungen Hoffnung bewahren und selbst Verantwortung übernehmen können. Passend dazu zeigt das eher schlichte Cover einen Leuchtturm. Er steht sinnbildlich für Orientierung und Hoffnung. Bregman betrachtet die aktuellen Entwicklungen aus historischer Perspektive und zeigt anhand verschiedener Beispiele, dass Krisen nicht zwangsläufig das Ende einer positiven Entwicklung bedeuten. Die vier Vorträge sind schlüssig aufgebaut. Zunächst beschreibt Bregman die gegenwärtige gesellschaftliche Lage und ihren moralischen Niedergang. Anschließend zeigt er, wie kleine Gruppen durch Mut und Überzeugung große Veränderungen bewirken konnten. Dabei stellt er sowohl positive Beispiele wie die Abolitionisten als auch negative Entwicklungen wie die Bolschewiki gegenüber. Daraus leitet er Überlegungen für die Gegenwart ab. Im letzten Vortrag wendet er sich schließlich grundlegenden Fragen des menschlichen Zusammenlebens und unserer Werte zu. Besonders überzeugend ist Bregmans verständlicher und zugleich eindringlicher Schreibstil. Er vermittelt historische Zusammenhänge, ohne dass das Buch schwer zu lesen wird. Gleichzeitig liefert er keine fertigen Lösungen, sondern regt dazu an, selbst über die gesellschaftliche Entwicklung und die eigene Verantwortung nachzudenken.
Insgesamt ist Die Rückkehr der Hoffnung eine kurzweilige und lesenswerte Lektüre. Gerade durch seine Kürze eignet sich das Buch gut als Einstieg in Bregmans Gedankenwelt. Wer ausführlichere Antworten sucht, wird sich allerdings mit seinen anderen Werken beschäftigen müssen.