Interessante Gedanken ohne klare Antworten

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Wenn ich angesichts der Weltlage mal wieder die Hoffnung in die Menschheit verliere, denke ich oft an Rutger Bregmans Buch ‚Im Grunde gut‘, in dem es genau darum geht, dass der Mensch eigentlich gut ist.
In der in dem vorliegenden Buch veröffentlichten vierteiligen Vortragsreihe geht es ebenfalls um Hoffnung. Die 92 Seiten waren schnell gelesen, denn der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Man erhält einen kompakten Einblick in Bregmans Denken. Dennoch konnte mich dieser Bregman nicht ganz überzeugen

In seinem ersten Vortrag zeichnet Bregman ein wenig hoffnungsvolles Bild der Gegenwart. Wir leben in einer Zeit der Krisen, politischen Verwerfungen und gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit. Kluge Köpfe arbeiten lieber für Tech- oder Beratungsunternehmen, anstatt ihren Intellekt für gesellschaftliche Verbesserungen einzusetzen. Interessant fand ich hierbei die historischen Vergleiche mit dem alten Rom sowie dem Niedergang Venedigs.
Insgesamt bringt Bregman in seinen Vorträgen immer wieder historische Beispiele und Anekdoten. Sein Hintergrund als Historiker kommt hier deutlich zum Tragen. Anhand einzelner Persönlichkeiten und Bewegungen aus der Vergangenheit zeigt er, dass Veränderungen oft von kleinen Gruppen engagierter Menschen ausgehen. Seine zentrale Botschaft lautet: Hoffnung entsteht durch die Entscheidung zum Handeln.

Hier geht es dann aber aus meiner Sicht nicht so richtig weiter. Während die Analyse der Probleme und die historischen Rückblicke überzeugen, bleiben die vorgeschlagenen Lösungswege vage. Bregman beschreibt zwar eindrucksvoll, wie gesellschaftlicher Wandel in der Vergangenheit gelungen ist, formuliert aber keine konkreten Ansätze für die Herausforderungen unserer Gegenwart.
Gerade am Ende, im vierten Vortrag, hätte ich mir ein starkes Fazit. Stattdessen wurde mir dieser Vortrag zu philosophisch und hat als Klammer für mich nicht ganz funktioniert.

Fazit. Die titelgebende Hoffnung wollte sich bei mir nach dem Lesen nicht ganz einstellen. Dafür waren haben mir einfach konkrete Handlungsideen gefehlt. Trotzdem ist ‚Die Rückkehr der Hoffnung‘ ein angenehm geschriebenes Buch mit interessanten Gedanken. Insbesondere für diejenigen, die noch nichts von dem Autor gelesen haben, ist das Buch eine kompakte Einführung in sein Denken.