Tiefgründige Geschichte

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matheelfe Avatar

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„...Meine liebe Missy, heute wärst du sechzehn geworden, also dachte ich mir, ich versuche, dir einen Brief zu schreiben…“

Mit diesen berührenden Zeilen beginnt das erste Kapitel. Es ist zehn Jahre her, dass Macks Tochter ermordet wurde. Dieses Geschehen wird im Roman „Die Hütte“ auf besonders eindringliche Weise aufgearbeitet. Was aber über die Jahre geblieben ist, ist die Trauer.
Der Autor hat eine bewegende und tiefgründige Fortsetzung seines Roman geschrieben. Der Schriftstil passt sich der jeweiligen Situation an. Es gibt tiefgreifende Gespräche und sehr emotionale Momente.
Macks Ehe ist an einer schwierigen Situation angekommen. Nan braucht Zeit für sich. Warum das so ist, wird erst später in der Handlung klar. Dann kommt ein Zeitpunkt, der Mack bis ins Tiefste erschüttert. Das FBI erscheint bei ihm.

„...Sie wollen, dass ich in den Todestrakt zu diesem Mörder gehe, ohne zu wissen, worüber er mit mir reden will? Vielleicht will er mir ja in allen Details schildern, was er meiner Tochter angetan hat! Sind Sie von allen guten Geistern verlassen?…“

Diese Zeilen klingen nach Ablehnung. Doch Mack macht sich die Entscheidung nicht leicht. Er kehrt für wenige Stunden zurück zur Hütte. Dort entwickeln sich Gespräche, die wie eine Fortsetzung des ersten Teils klingen. Es geht um Handeln mit Jesus und Wahrheit, um menschliche Unzulänglichkeiten und ihre Sorgen..

„...Menschen sind weit größer und großartiger, als dir bewusst ist. Du kannst ein Nichts nehmen, ihm Macht verleihen, und obwohl es eine Lüge ist, […) nährt es sich von der Aufmerksamkeit, die du ihm schenkst…“

Mack sagt zu, in den Todestrakt zu gehen. Dazu bedarf es intensiver Vorbereitung. Wieder ist es eine Gespräch, dieses Mal mit einem forensischen Psychiater, das zum Nachdenken anregt. Es geht um die Frage, inwieweit Glaube und Handeln übereinstimmt.
Mack unterhält sich mit drei speziell ausgewählten Häftlingen, um sich einen Eindruck vom Leben im Todestrakt zu machen. Dabei fällt ein Satz, den man sich, vor allem nach dem letzten aktuellen Vorkommnis, auf der Zunge zergehen lassen sollte.

„...Menschen, die Menschen getötet haben, werden hier im Todestrakt getötet, um zu zeigen, dass es falsch ist, Menschen zu töten…“

Das Buch ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe – und das aus mehreren Gründe, die im Buch deutlich werden.
Über den Rest der Geschichte möchte ich mich hier nicht äußern. Den muss man ganz einfach als Leser auf sich wirken lassen. Es gibt dabei völlig überraschende Wendungen. Und das Geschehen verändert nicht nur Macks Einstellungen; es führt auch zu Dialogen mit seiner Frau, die längst überfällig waren.
In einem ausführlichen Anhang geht der Autor darauf ein, warum er das Buch geschrieben hat. Einige seiner Glaubensvorstellungen, die Inhalt der Geschichte sind, erläutert er näher. Überrascht hat mich, dass die drei Häftlinge, mit denen Mack gesprochen hat, reale Personen sind, die der Autor selbst besucht hat.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zwingt dazu, den eigene Glauben insbesondere in Bezug auf Vergebung und Vertrauen zu hinterfragen.