Sehr wichtiges Buch

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moongirl Avatar

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Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas hat mir sehr gut gefallen. Das Buch beschäftigt sich mit Gewalt in Beziehungen und vor allem mit dem, was danach bleibt, Scham, Unsicherheit und die Frage, ob einem überhaupt geglaubt wird. Schon zu Beginn ist klar, dass die Protagonistin Jella von ihrem Freund geschlagen wurde. Über ungefähr zehn Tage begleitet man sie dabei, dieses Erlebnis zu verarbeiten.

Besonders gefallen hat mir die Erzählweise. Die Geschichte springt immer wieder zwischen Gegenwart und früheren Lebensabschnitten hin und her. Dadurch erfährt man nicht nur, was passiert ist, sondern auch mehr über Jellas Vergangenheit und darüber, wie ihr Leben bisher verlaufen ist. Für mich hat das gut gezeigt, dass Gewalt in Beziehungen nicht einfach isoliert entsteht, sondern oft mit Erfahrungen, Erwartungen und gesellschaftlichen Rollenbildern zusammenhängt. Ich mochte außerdem die Gedankenspiralen von Jella sehr. Beim Lesen hatte ich wirklich das Gefühl, in ihrem Kopf zu sein und ihre Gefühle und Zweifel mitzuerleben. Das Buch zeigt sehr nachvollziehbar die Fragen, die nach Gewalt entstehen können. Hat man übertrieben? War es wirklich so schlimm? Ist man vielleicht selbst schuld? Gerade diese Unsicherheit und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, fand ich gut dargestellt. Außerdem zeigt der Roman für mich auch, wie es sein kann, als junge Frau aufzuwachsen und schon früh gesellschaftlichen Druck zu spüren wie man aussehen, sprechen oder sich verhalten soll. Dadurch wirkt die Geschichte nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich relevant.

Insgesamt ist Die schönste Version für mich ein bewegendes und wichtiges Buch, das schwierige Themen sensibel und glaubwürdig erzählt und lange im Kopf bleibt.