Gehirnwäsche-Rap und ein gebrochenes Herz: Reißt mit, piekst aber gewaltig!

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roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

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Der Einstieg zieht einen sofort mit einem irren Tempo mitten ins Geschehen! Erst der Football-Zusammenstoß, dann diese völlig absurde Szene auf dem Rasen, wo die Teenager-Sanitäter mit einem rhythmischen Gedanken-Manipulations-Rap für Ruhe sorgen und mal eben einen Autotürgriff abreißen. Die Illustrationen von Claudya Schmidt sind dynamisch gezeichnet, und die Grundidee mit dem Fabelwesen-Blut – Greife, Sirenen, Einhörner – packt mich als Fantasy- und Rollenspielliebhaberin natürlich auf der Stelle.

Gleichzeitig packt mich dieser Ausschnitt emotional an einer ganz wunden Stelle: Colt ist ein Pflegekind, das sein ganzes Leben lang herumgeschubst wurde, und kaum hat er endlich ein liebevolles Zuhause gefunden, entscheiden schon wieder Fremde über seinen Kopf hinweg. Wie er in unter vier Minuten seinen Koffer packt, weil er es einfach so gewohnt ist, schnürt einem beim Lesen die Kehle zu.

Dass Evie und Julian da so abgebrüht die Erinnerungen der ahnungslosen Pflegeeltern manipulieren, hinterlässt erst einmal einen herben Beigeschmack. Aber genau darin liegt die Stärke dieser Leseprobe: Sie lockt nicht mit harmloser Zauberinternats-Romantik, sondern wirft sofort echte moralische Fragen und Reibungspunkte auf. Wenn die spätere Geschichte diesen Schmerz aufgreift und zeigt, was diese Methoden mit Colt machen, hat das Buch riesiges Potenzial. Ein extrem spannender Haken, der neugierig auf mehr macht!