Schräger Internats-Trubel mit erstaunlich viel Biss

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Das nenne ich mal einen Einstieg, der von der ersten Seite an pure Laune macht! Statt des nächsten verstaubten, bierernsten Zauberinternats serviert Maëlle Desard hier eine bunte Truppe von Nachtgestalten, die sich selbst herrlich wenig ernst nimmt. Der Tonfall ist rotzig, frech und bringt genau diesen trockenen Humor mit, der einem beim Lesen immer wieder ein breites Schmunzeln entlockt.

Simeon als Protagonist ist mir auf Anhieb sympathisch, schlichtweg weil er so wunderbar unperfekt und frei von jedem Heldenpathos ist. Als Halb-Vampir mit Pollenallergie und einem verlorenen Arm stolpert er durch den Schulalltag und hadert ehrlich mit seinen Schwächen, ohne dabei in wehleidiges Gejammer abzukippen. Die Chemie zwischen den Figuren – von der kratzbürstigen Werwölfin bis zum liebenswerten Lich – knistert wunderbar lebendig, und selbst bedrohliche Mitschüler werden mit herrlich absurden Alltagsdetails entzaubert.

Besonders gefällt mir, wie unaufgeregt das Ganze weltpolitische Verwicklungen der magischen Welt mit den ganz normalen Teenager-Nöten zwischen Speisesaal und Prüfungspanik verknüpft. Das liest sich leichtfüßig weg, vermeidet zähe Erklärungen und hat trotzdem genügend Substanz, um sofort neugierig zu machen.

Ich erwarte von dem Roman ein turbulentes, witziges und erfrischend schräges Fantasy-Abenteuer, das das Genre gehörig gegen den Strich bürstet. Nach diesen ersten Seiten hat man einfach Lust auf mehr Schabernack mit dieser ungleichen Clique!