Tolle außergewöhnliche Dystopie

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@biblio.manin Avatar

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Ich lese nicht oft Dystopien, aber immer wieder bekomme ich richtig Lust auf dieses Genre. Als ich den Klappentext gesehen habe, wollte ich unbedingt wissen, was genau in dieser Geschichte passiert. Und ich kann direkt sagen: Diese Dystopie ist ganz anders als das, was ich sonst kenne.

Besonders auffällig ist der Aufbau des Buches. Viele Kapitel beginnen mit kurzen Sätzen oder Leitsätzen, die wie Grundprinzipien dieser Welt wirken, zum Beispiel „Jeder Mensch hat einen Instinkt“. Diese Sätze erklären nicht direkt die Gesellschaft, sondern geben eher ein Gefühl dafür, wie diese Welt denkt und funktioniert. In dieser Gesellschaft hat jeder Mensch einen bestimmten Instinkt, der festlegt, welche Aufgabe er erfüllt. Manche besitzen den Instinkt des Heilens, andere reparieren automatisch alles, was kaputtgeht, und Goliath der Protagonist, hat den Instinkt des Beschützens.

An diese Instinkte knüpfen auch Titel an, die man innerhalb dieser Gesellschaft erlangen kann. Einer dieser möglichen Titel ist zum Beispiel der des Tugendhaften. Goliath steht kurz davor, genau diesen Titel zu erreichen, denn dafür muss man 11 Leben gerettet haben – etwas, das Goliath mit großem Ehrgeiz verfolgt.

Claire hingegen ist das genaue Gegenteil. Sie versucht, unsichtbar zu bleiben, trägt ständig ihre Kopfhörer und möchte am liebsten gar nicht auffallen. Doch als plötzlich Schüler verschwinden und niemand wirklich reagiert, kreuzen sich ihre Wege mit Goliath. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was wirklich vor sich geht. Und sie merken schnell, dass die Wahrheit viel größer und gefährlicher ist, als sie jemals erwartet hätten.

Ich fand die Welt, die Christelle Dabos hier erschafft, unglaublich faszinierend. Diese Idee, dass Menschen instinktive Aufgaben erfüllen, ohne sie bewusst zu hinterfragen, hat mich sehr beeindruckt und macht die Geschichte auch besonders komplex. Gleichzeitig muss ich ehrlich sagen: Das Buch war nicht leicht zu lesen. Es ist tiefgründig, teilweise kompliziert und an manchen Stellen auch etwas trocken.

Das Ende ist ziemlich offen, aber insgesamt hat mir das Lesen trotz der Schwere Spaß gemacht – einfach weil es so anders ist als andere Dystopien.