Verstörend
Wenn ich an die Lektüre des Buches "Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos denke, so löst das in mir gemischte Gefühle aus. Bei Seite 200 war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Irgendwie bin ich nicht ins Lesen hineingekommen und als dann die Tötung von Menschen wie eine Banalität beschrieben wurde, als eine Aufgabe, der man sich nicht entziehen kann, war für mich das Maß voll. Dann ist mir glücklicherweise das Argon-Hörbuch untergekommen, sodass ich den Roman doch noch zu Ende gebracht habe.
Einerseits finde ich die Idee von Dabos interessant, dass sich Menschen einem kollektiven Wir unterordnen und ihre individuellen Wünsche hintenan stellen. Ich konnte der Vorstellung, sich dem Gemeinwohl unterzuordnen und nicht die eigenen Bedürfnisse immer in den Vordergrund zu stellen, durchaus etwas abgewinnen. Doch ging es Dabos nicht darum, die Gemeinschaft zu verherrlichen. Vielmehr kann der Roman als ein Plädoyer gelesen werden, für den eigenen Willen, die eigene Entscheidungsfreiheit, die Verantwortung des Individuums zu kämpfen.
Zum Inhalt sei nur so viel verraten. Claire lebt in einer Welt, in der jeder Mensch mit einem Instinkt "gesegnet" ist. Jeder Mensch? Nein, es gibt einzelne Ausnahmen, die ihr Geheimnis aber hüten müssen. Claires Aufgabe besteht darin, anderen Menschen zuzuhören. Ihr neuer Freund Goliath wiederum muss Menschen beschützen und hat deshalb auch schon einige Körperteile eingebüßt. Gemeinsam retten Claire und Goliath einige Menschen aus den Fängen eines Entführers. Das sorgt dafür, dass sie von der Öffentlichkeit geliebt werden, v.a. Claire wird zu einem Idol.
Ob dieser Hype um Claire vom Wir inszeniert ist, erfährt man im Laufe der Geschichte. Das Wir ist ein allumfassende Macht, es lenkt die Menschen, sorgt für ein mehr oder weniger friedliches Zusammenleben. Wer Menschenleben rettet, steigt in der Hierarchie auf und kann es weit bringen. Wer "ich" oder "du" sagt oder fühlt, hat in dieser dystopischen Gesellschaft nichts verloren.
Verstörend fand ich die Figur Noah. Er ist ein Erzengel und hat die Aufgabe, Abtrünnige auszuschalten. Er tötet ohne Emotionen, wie eine Maschine, betont aber immer wieder, dass er jeden liebt. Er kann für seine Taten nicht einmal wirklich verantwortlich gemacht wachen, weil er nur seinem Instinkt folgt. Diese Art der Darstellung hat mich sehr irritiert.
Wie bereits erwähnt, hat mir das Hörbuch besser gefallen als das Buch. Christiane Marx schafft es, den Text so einzulesen, dass man dranbleibt und wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Ich weiß auch nicht wirklich, wem ich das Buch empfehlen könnte. Es zieht sich stellenweise und mir war nicht ganz klar, welche Botschaft Dabos vermitteln wollte. Schade, die Idee war wirklich einmal etwas Neues.
Einerseits finde ich die Idee von Dabos interessant, dass sich Menschen einem kollektiven Wir unterordnen und ihre individuellen Wünsche hintenan stellen. Ich konnte der Vorstellung, sich dem Gemeinwohl unterzuordnen und nicht die eigenen Bedürfnisse immer in den Vordergrund zu stellen, durchaus etwas abgewinnen. Doch ging es Dabos nicht darum, die Gemeinschaft zu verherrlichen. Vielmehr kann der Roman als ein Plädoyer gelesen werden, für den eigenen Willen, die eigene Entscheidungsfreiheit, die Verantwortung des Individuums zu kämpfen.
Zum Inhalt sei nur so viel verraten. Claire lebt in einer Welt, in der jeder Mensch mit einem Instinkt "gesegnet" ist. Jeder Mensch? Nein, es gibt einzelne Ausnahmen, die ihr Geheimnis aber hüten müssen. Claires Aufgabe besteht darin, anderen Menschen zuzuhören. Ihr neuer Freund Goliath wiederum muss Menschen beschützen und hat deshalb auch schon einige Körperteile eingebüßt. Gemeinsam retten Claire und Goliath einige Menschen aus den Fängen eines Entführers. Das sorgt dafür, dass sie von der Öffentlichkeit geliebt werden, v.a. Claire wird zu einem Idol.
Ob dieser Hype um Claire vom Wir inszeniert ist, erfährt man im Laufe der Geschichte. Das Wir ist ein allumfassende Macht, es lenkt die Menschen, sorgt für ein mehr oder weniger friedliches Zusammenleben. Wer Menschenleben rettet, steigt in der Hierarchie auf und kann es weit bringen. Wer "ich" oder "du" sagt oder fühlt, hat in dieser dystopischen Gesellschaft nichts verloren.
Verstörend fand ich die Figur Noah. Er ist ein Erzengel und hat die Aufgabe, Abtrünnige auszuschalten. Er tötet ohne Emotionen, wie eine Maschine, betont aber immer wieder, dass er jeden liebt. Er kann für seine Taten nicht einmal wirklich verantwortlich gemacht wachen, weil er nur seinem Instinkt folgt. Diese Art der Darstellung hat mich sehr irritiert.
Wie bereits erwähnt, hat mir das Hörbuch besser gefallen als das Buch. Christiane Marx schafft es, den Text so einzulesen, dass man dranbleibt und wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Ich weiß auch nicht wirklich, wem ich das Buch empfehlen könnte. Es zieht sich stellenweise und mir war nicht ganz klar, welche Botschaft Dabos vermitteln wollte. Schade, die Idee war wirklich einmal etwas Neues.