Einblicke in die Zusammenhänge

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strohhaken Avatar

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Wenn es doch nur so einfach wäre!

„Die Stimme unseres Körpers“ von Ingo Froböse ist ein gutes Sachbuch. Es geht um die eigene Körperwahrnehmung und die biologischen Zusammenhänge. Es geht darum zu verstehen, warum der Körper stetig nach Balance strebt und was wir dafür tun können.
Auf über 150 Seiten erklärt Froböse das Nervensystem. Dabei geht er fachlich sehr ins Detail. Es mag wichtig sein, so in die Tiefe zu gehen, für mich war es jedoch zu viel und ich musste mich durch einige Abschnitte durchkämpfen.
Sein Schreibstil ist teils sehr trocken und theoretisch.
„Diese Neurotransmitter diffundieren über den synaptischen Spalt und binden an spezifischen Rezeptoren auf der postsynaptischen Membran. Dadurch werden dort Ionenkanäle geöffnet, und das führt zur Depolarisation oder Hyperpolarisation der postsynaptischen Membran.“
Andererseits ist sein Stil auch sehr bildlich beispielsweise durch Vergleiche mit Formel-1-Autos, Stromkabeln oder Schnellstraßen.

Im weiteren Verlauf des Buches wird es etwas eingängiger, wenn es um Schmerzen, Hunger, Durst und das Körpergefühl geht. Es wird erklärt, wie sich Schmerzarten unterscheiden oder wie Müdigkeit und Erschöpfung voneinander abgegrenzt werden können.
Das Buch hilft, die Körperwahrnehmung zu verbessern. Wie ich jetzt aber die Signale deuten oder etwas ändern kann, kam mir in dem Buch eindeutig zu kurz. Meine Erwartungen, die durch das Buchcover und den Klappentext geweckt wurden, waren andere.

Ein gutes Buch über die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele. Es ist eher ein Lehrbuch, als ein praktischer Ratgeber.