Kleines Kulturabenteuer

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herr_stiller Avatar

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Wie schafft ein Buch es, eine Sechsjährige zum Lesen zu motivieren und gleichzeitig für eine fremde Kultur zu begeistern? Durch Witz und eine spannende Geschichte. Henrik Siebold gelingt das in "Die Tokio-Detektive" vortrefflich. Was auch an den Jungs liegt, die keine Draufgänger oder Besserwisser sind, sondern sich selbst und auch dem Fall vorsichtig annähern, so dass selbst Mädchen Spaß an ihren Erlebnissen haben.

Ben und Yoshi haben mit einer Sprachbarriere zu kämpfen, natürlich, ist Ben doch gerade erst mit seinen Eltern nach Japan gezogen und weder er noch Yoshi sprechen die Sprache des anderen oder, wie Teenager, wenigstens Englisch. Und so tasten sie sich gemeinsam an die Sprache, an das Alphabet des anderen heran, lernen Worte und Sprichwörter, rohen Fisch und Rosenkohl kennen. Alles oishii - superlecker. Neues Wort im Schatz der Sechsjährigen freigeschaltet, vor allem bei Teriyaki-Nudeln zum Mittagessen.

Eigentlich geht's aber um einen kleinen Kriminalfall rund um Obake, Geisterwesen, die Ben und Yoshi bei einem Ausflug begegnen. Hinter denen natürlich sich keine Grusel-, sondern eine Menschengestalt verbirgt, so viel sei verraten. Eine nette, nicht allzu aufregend, aber charmante Geschichte im japanischen Setting, die - hoffentlich - noch ein paar Fortsetzungen mit sich bringt. Denn dieses kleine Büchlein lässt sich wunderbar lesen - trotz fortgeschrittener Lesestufe 2 gut für Erstklässler:innen zu empfehlen. Und es macht Spaß auf Japan und seine Kultur - und vielleicht auch eines Tages auch auf eine Reise in die (neue) Heimat von Ben und Yoshi.