Don’t judge a book by its cover
Don’t judge a book by its cover – selten hat dieses Sprichwort für mich so gut gepasst wie bei Die Tote von Nazaré. Die Aufmachung des Buches ist exzellent: Cover, Titel, Versprechen von Sonne, Meer und portugiesischer Atmosphäre wecken hohe Erwartungen. Umso größer ist leider die Enttäuschung nach der Lektüre.
Wohlwollend ließe sich sagen, der Roman sei routiniert geschrieben. Weniger freundlich – und ehrlicher – muss man jedoch feststellen, dass er inhaltlich vollkommen austauschbar bleibt. Der vermeintliche Portugal-Krimi spielt sich inhaltlich größtenteils in Köln ab, und Portugal wirkt dabei eher wie ein Marketingetikett als ein sinnvoll gewählter Schauplatz. Die Frage drängt sich auf, warum diese Geschichte unbedingt dort angesiedelt sein musste. Die portugiesische Kulisse bleibt reine Behauptung: außer immer wiederkehrenden, formelhaften Beschreibungen von Meer und Wellen entsteht keinerlei Atmosphäre. Man fühlt weder das Land noch seine Stimmung – Portugal bleibt blass und beliebig.
Auch die Figuren tragen wenig zur Tiefe des Romans bei. Sie sind nahezu durchweg eindimensional angelegt. Einzig die Hauptprotagonistin, die Polizeikommissarin, soll offenbar etwas mehr Komplexität erhalten, indem man ihr Erinnerungslücken zuschreibt. Doch selbst dieser Ansatz bleibt oberflächlich und entwickelt keine echte psychologische Spannung.
Der Kriminalfall selbst ist schlicht und vorhersehbar. Es fehlt an Wendungen, Überraschungen oder erzählerischem Risiko. Die Auflösung wirkt unglaubwürdig, die Täter bleiben platt, und das Ende kommt relativ abrupt, ohne emotional oder logisch wirklich zu überzeugen. Statt eines Spannungsbogens entsteht der Eindruck eines Pflichterfüllungsprogramms.
Auf der Buchrückseite erfährt man, dass sich hinter dem Pseudonym ein Mann verbirgt, der viele Jahre als Lektor und Verlagsleiter tätig war. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob hier nicht eher Branchenkontakte als literarische Qualität den Ausschlag für die Veröffentlichung gegeben haben.
Unterm Strich bleibt ein Krimi, der viel verspricht und wenig hält. Die schöne Verpackung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Inhalt, Figuren und Atmosphäre enttäuschen. Eine Weiterempfehlung kann ich nicht aussprechen. Mehr als wohlwollend lassen sich hier noch zwei Sterne vergeben.
Wohlwollend ließe sich sagen, der Roman sei routiniert geschrieben. Weniger freundlich – und ehrlicher – muss man jedoch feststellen, dass er inhaltlich vollkommen austauschbar bleibt. Der vermeintliche Portugal-Krimi spielt sich inhaltlich größtenteils in Köln ab, und Portugal wirkt dabei eher wie ein Marketingetikett als ein sinnvoll gewählter Schauplatz. Die Frage drängt sich auf, warum diese Geschichte unbedingt dort angesiedelt sein musste. Die portugiesische Kulisse bleibt reine Behauptung: außer immer wiederkehrenden, formelhaften Beschreibungen von Meer und Wellen entsteht keinerlei Atmosphäre. Man fühlt weder das Land noch seine Stimmung – Portugal bleibt blass und beliebig.
Auch die Figuren tragen wenig zur Tiefe des Romans bei. Sie sind nahezu durchweg eindimensional angelegt. Einzig die Hauptprotagonistin, die Polizeikommissarin, soll offenbar etwas mehr Komplexität erhalten, indem man ihr Erinnerungslücken zuschreibt. Doch selbst dieser Ansatz bleibt oberflächlich und entwickelt keine echte psychologische Spannung.
Der Kriminalfall selbst ist schlicht und vorhersehbar. Es fehlt an Wendungen, Überraschungen oder erzählerischem Risiko. Die Auflösung wirkt unglaubwürdig, die Täter bleiben platt, und das Ende kommt relativ abrupt, ohne emotional oder logisch wirklich zu überzeugen. Statt eines Spannungsbogens entsteht der Eindruck eines Pflichterfüllungsprogramms.
Auf der Buchrückseite erfährt man, dass sich hinter dem Pseudonym ein Mann verbirgt, der viele Jahre als Lektor und Verlagsleiter tätig war. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob hier nicht eher Branchenkontakte als literarische Qualität den Ausschlag für die Veröffentlichung gegeben haben.
Unterm Strich bleibt ein Krimi, der viel verspricht und wenig hält. Die schöne Verpackung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Inhalt, Figuren und Atmosphäre enttäuschen. Eine Weiterempfehlung kann ich nicht aussprechen. Mehr als wohlwollend lassen sich hier noch zwei Sterne vergeben.