spannender Krimi vor traumhafter Kulisse

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juliariccarda Avatar

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Cover: Das Cover mit dem Bild von Nazaré zieht den Blick direkt auf sich. Es ist einfach wunderschön. Außerdem kann der Leser es als Orientierung beim Lesen nutzen. Es wird immer wieder berichtet, dass sich die Protagonistin beispielsweise zu der abgebildeten Festung oder zum Stadtstrand aufmacht. Den Hintergrund für Titel und Name des Autors ist eine für Portugal typischen Azulejo, also eine Keramikfliese, was ich sehr kreativ finde.
Inhalt: Die Kriminalkommissarin Maren Berger reist in das portugiesische Nazaré, dort wo es die höchsten Wellen der Welt gibt. Sie möchte sich von einer Schussverletzung, die sie sich bei einem Banküberfall zugezogen hat, erholen. Doch alles kommt ganz anders. Kaum angekommen stolpert sie über die Leiche einer Frau. Als Maren kurz darauf mit der Polizei zurück kommt, fehlt von der Toten jede Spur. Maren beginnt natürlich wie sich das für eine Kommissarin gehört zu ermitteln und merkt schnell, dass der Fall mehr mit ihr selbst zu tun hat als ihr lieb ist. Dumm nur, dass ihre Erinnerung an die letzten Monate vor dem Überfall verschwunden ist.
Meine Meinung: Hierbei soll es sich um den Beginn einer neuen Reihe handeln, was mich sehr freut. Denn Maren ist mir äußerst sympathisch. Sie hat mit ihren Problemen zu kämpfen, was sie authentisch und nahbar macht. Auch den portugiesische Kommissar Ferreira und die sich entwickelnde Dynamik zwischen beiden mochte ich. Gern würde ich noch mehr von ihnen und dem tollen Örtchen Nazaré lesen.
Die Spannung in diesem Krimi rührt einerseits aus den vielen Fragen her, die man als Leser natürlich beantwortet haben möchte. Was ich allerdings noch spannender finde, ist die Tatsache, dass die Protagonistin Maren sich an die Ereignisse ihrer nahen Vergangenheit nicht erinnern kann und quasi in eigener Sache ermitteln muss. Der Erzählstil ist rasant. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es ist eine gute Mischung aus Ermittlungsarbeit, actionreichen Szenen und Lokalloriot.
Besonders gerne mochte ich auch die anschaulichen Beschreibungen des Küstenörtchens. Zum einen sind typische Touristen-Hot-Spots Handlungsort, zum anderen werden aber auch die kleinen Gässchen erwähnt. Der Autor lebt zum Teil in Nazaré und das merkt man als Leser auch deutlich. Auf wunderbare Weise lässt er das portugiesische Lebensgefühl einfließen, sei es durch den Musikstil Fado, durch portugiesische Sprachfetzen oder die für südliche Länder bekannte chaotische Weise des Autofahrens. Dieser Krimi eignet sich wunderbar als Nachklang, wenn man gerade aus dem Urlaub von Nazaré zurückgekehrt ist oder als Vorbereitung für eine Reise. Oder einfach so, wenn man einen spannenden Krimi mit tollen Figuren lesen möchte. Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung.