Toller spannender Krimi mit viel Lokalkolorit
"You can't stop the waves, but you can learn to surf" Jon Kabat-Zinn
Die deutsche Hauptkommissarin Maren Berger ist in den portugiesischen Küstenort Nazaré gereist, um sich von einer schlimmen Schussverletzung nach einem Banküberfall zu erholen. Dort findet findet sie während eines frühmorgendlichen Spaziergangs zum Praia do Norte eine tote Frau neben der Surferstatue. Als sie jedoch mit der örtlichen Polizei zurückkommt, um ihnen die Leiche zu zeigen, ist diese spurlos verschwunden...
Zum Buch:
"Die Tote von Nazaré" ist der Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors Miguel Silva. Dieser Autorenname ist jedoch nur ein Pseudonym, den Klarnamen konnte ich leider (noch) nicht herausfinden. Lt. Verlagsinfo war er bereits als Lektor und Verlagsleiter tätig und hat schon mehrere Krimis veröffentlicht. Da er tlw. in Nazaré lebt, kennt er die Region und die Menschen und kann dadurch viel Lokalkolorit einbringen. Seine Hauptfiguren beschreibt er sehr gut, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte und eine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildstark, vor allem aber ist die Spannung von Anfang an da und so bleibt es auch bis zum Ende. Es gibt zahlreiche Wendungen und obwohl mir als langjähriger Krimileserin bald klar war, wohin die Reise geht, war diese doch stets unterhaltsam und meistens auch nachvollziehbar. Es ist kein "perfekter" Krimi, einige Details waren nicht ganz schlüssig erklärt, doch die Charaktere und das Flair der portugiesischen Stadt der Wellen sind bei mir angekommen und ich glaube, das ist es letztlich, was Leser von Lokalkrimis erwarten.
Persönliche Meinung:
Mir haben bei diesem Krimi vor allem die Charaktere gefallen, allen voran die Hauptfigur Maren Berger, die im portugiesischen Küstenort Nazaré eigentlich nur Ruhe, Erholung und Abstand sucht. Aus ihr unerfindlichen Gründen zieht es sie in diese Stadt der Wellen, denn eine große Welle hat sie gefühlt aus dem Koma wieder ins Leben gespült. Vier Monate nach dem Überfall kämpft sie immer noch mit den Nachwirkungen der Kopfschussverletzung, vor allem aber unter der Amnesie, denn sie kann sich an die letzten vier Monate vor dem Schuss an nichts mehr erinnern. Ich konnte ihre Unsicherheit, ihre Misstrauen und Hinterfragen der eigenen Wahrnehmungen deshalb gut nachempfinden. Hier ist (endlich) einmal keine toughe Polizistin, sondern eine verletzliche Frau, die versucht, wieder Ordnung und Kontrolle in ihr Leben zu bringen und sich selbst wiederzufinden.
Die Chemie zwischen ihr und dem portugiesischen Inspetor Ferreira passt und sowohl Maren als auch ihm scheint das bewusst zu sein. Doch Maren ist noch liiert mit Peer, den sie aber nie wirklich geliebt hat, wie ihr während ihrer Zeit in Nazaré immer bewusster wird.
Ein großes Highlight für mich war das Setting in Portugal. Nazaré ist nicht nur Kulisse, sondern fühlt sich lebendig und präsent an. Das Meer, die Küste, die besondere Atmosphäre des Ortes. All das bildet einen starken Kontrast zu Marens innerer Unruhe und verleiht der Geschichte eine ganz eigene Stimmung. Ich konnte mir die Schauplätze sehr gut vorstellen und hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, selbst dort zu sein. Das portugiesische Setting hebt den Krimi für mich deutlich von vielen anderen ab und ich habe große Lust bekommen, Nazaré im Winter zu besuchen, auf die großen Wellen zu warten und in einem Straßencafè einen Galao zu trinken... und natürlich abends dem Fado zu lauschen und Saudade zu spüren. Natürlich ganz ohne Tote, wenn möglich.
Cover und Gestaltung:
Ja, es war das Cover, welches mich ursprünglich neugierig auf diesen Krimi gemacht hat. Der Titel ist nicht gerade einfallsreich, aber umgeben von den typischen portugiesischen Azulejos und dem Bild von Nazaré hinter der wellenumtosten Felsspitze hat es mich sofort angezogen. Im Innenteil gibt es noch eine grobe Karte von Portugal und im hinteren Teil ein tolles Wellenbild.
Fazit:
Ein toller kurzweiliger Krimi, der Spannung, Lokalkolorit und Emotionen in der richtigen Mischung miteinander verbindet. Ich freue mich auf eine baldige Fortsetzung und vergebe 5 Sterne.
Die deutsche Hauptkommissarin Maren Berger ist in den portugiesischen Küstenort Nazaré gereist, um sich von einer schlimmen Schussverletzung nach einem Banküberfall zu erholen. Dort findet findet sie während eines frühmorgendlichen Spaziergangs zum Praia do Norte eine tote Frau neben der Surferstatue. Als sie jedoch mit der örtlichen Polizei zurückkommt, um ihnen die Leiche zu zeigen, ist diese spurlos verschwunden...
Zum Buch:
"Die Tote von Nazaré" ist der Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors Miguel Silva. Dieser Autorenname ist jedoch nur ein Pseudonym, den Klarnamen konnte ich leider (noch) nicht herausfinden. Lt. Verlagsinfo war er bereits als Lektor und Verlagsleiter tätig und hat schon mehrere Krimis veröffentlicht. Da er tlw. in Nazaré lebt, kennt er die Region und die Menschen und kann dadurch viel Lokalkolorit einbringen. Seine Hauptfiguren beschreibt er sehr gut, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte und eine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildstark, vor allem aber ist die Spannung von Anfang an da und so bleibt es auch bis zum Ende. Es gibt zahlreiche Wendungen und obwohl mir als langjähriger Krimileserin bald klar war, wohin die Reise geht, war diese doch stets unterhaltsam und meistens auch nachvollziehbar. Es ist kein "perfekter" Krimi, einige Details waren nicht ganz schlüssig erklärt, doch die Charaktere und das Flair der portugiesischen Stadt der Wellen sind bei mir angekommen und ich glaube, das ist es letztlich, was Leser von Lokalkrimis erwarten.
Persönliche Meinung:
Mir haben bei diesem Krimi vor allem die Charaktere gefallen, allen voran die Hauptfigur Maren Berger, die im portugiesischen Küstenort Nazaré eigentlich nur Ruhe, Erholung und Abstand sucht. Aus ihr unerfindlichen Gründen zieht es sie in diese Stadt der Wellen, denn eine große Welle hat sie gefühlt aus dem Koma wieder ins Leben gespült. Vier Monate nach dem Überfall kämpft sie immer noch mit den Nachwirkungen der Kopfschussverletzung, vor allem aber unter der Amnesie, denn sie kann sich an die letzten vier Monate vor dem Schuss an nichts mehr erinnern. Ich konnte ihre Unsicherheit, ihre Misstrauen und Hinterfragen der eigenen Wahrnehmungen deshalb gut nachempfinden. Hier ist (endlich) einmal keine toughe Polizistin, sondern eine verletzliche Frau, die versucht, wieder Ordnung und Kontrolle in ihr Leben zu bringen und sich selbst wiederzufinden.
Die Chemie zwischen ihr und dem portugiesischen Inspetor Ferreira passt und sowohl Maren als auch ihm scheint das bewusst zu sein. Doch Maren ist noch liiert mit Peer, den sie aber nie wirklich geliebt hat, wie ihr während ihrer Zeit in Nazaré immer bewusster wird.
Ein großes Highlight für mich war das Setting in Portugal. Nazaré ist nicht nur Kulisse, sondern fühlt sich lebendig und präsent an. Das Meer, die Küste, die besondere Atmosphäre des Ortes. All das bildet einen starken Kontrast zu Marens innerer Unruhe und verleiht der Geschichte eine ganz eigene Stimmung. Ich konnte mir die Schauplätze sehr gut vorstellen und hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, selbst dort zu sein. Das portugiesische Setting hebt den Krimi für mich deutlich von vielen anderen ab und ich habe große Lust bekommen, Nazaré im Winter zu besuchen, auf die großen Wellen zu warten und in einem Straßencafè einen Galao zu trinken... und natürlich abends dem Fado zu lauschen und Saudade zu spüren. Natürlich ganz ohne Tote, wenn möglich.
Cover und Gestaltung:
Ja, es war das Cover, welches mich ursprünglich neugierig auf diesen Krimi gemacht hat. Der Titel ist nicht gerade einfallsreich, aber umgeben von den typischen portugiesischen Azulejos und dem Bild von Nazaré hinter der wellenumtosten Felsspitze hat es mich sofort angezogen. Im Innenteil gibt es noch eine grobe Karte von Portugal und im hinteren Teil ein tolles Wellenbild.
Fazit:
Ein toller kurzweiliger Krimi, der Spannung, Lokalkolorit und Emotionen in der richtigen Mischung miteinander verbindet. Ich freue mich auf eine baldige Fortsetzung und vergebe 5 Sterne.