Bandenkrieg

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Nihal ist ein Kommissars Anwärterin und gerade aus Hamburg wieder zurück nach Berlin gezogen, geflohen vor einer Liebe, von der sie nicht weiß, ob sie die will. Ihr Freund Saad und seine Tochter Leila sind allerdings auch wieder in Berlin zurück. Das ist ihr unbekannt als ein Toter gefunden wird, hingerichtet, was auf eine Abrechnung im Bandenmilieu hinweist. Doch sie finden den Auftraggeber nicht, obwohl Nihal sich auf die Spur des Toten setzt. Bevor sie mehr erfährt, wird wieder ein Toter gefunden. Das alles schreit nach einem Bandenkrieg. Als sie die Adresse observiert, an der der Tote öfter halt gemacht hat, bemerkt sie das Saad auch dort arbeitet. Doch was hat er mit dem Ganzen zu tun? Diese Frage bringt Nihal an den Rand ihrer Aufnahmefähigkeit.
Der Thriller „Die Toten von Morgen“ von Kim Koplin spielt in der Hauptstadt Berlin und nicht weniger als um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Die beiden Hauptcharaktere sind Nihal und Saad, die eine On-Off Beziehung pflegen und Nihal nicht so richtig Vertrauen in Saad Hat. Der hat eine 5-jährige Tochter, die Nihal abgöttisch liebt, sie aber nicht weiß, ob sie das mit dem Kind kann und will. Diese Nebenschauplätze, neben dem spannenden Thriller Anteil sind es, die immer wieder für Hochspannung sorgen und auch dafür zuständig sind das Buch nicht gut aus der Hand legen zu können. Die Autorin hat die Kapitel dann auch noch mit Namen gekennzeichnet, so dass man genau sie Perspektive auf die Geschehnisse mitbekommt. Denn sowohl im Privatleben von Nihal geschieht eine ganze Menge, sondern auch in ihrem Beruf, der die Rivalitäten im Bandenbereich beschreiben. Ein neuer Spieler will dem Platzhirschen seine Vorherrschaft nehmen und diesen brutalen Bandenkrieg beschreibt dieser Thriller ebenfalls. Bei aller Brutalität gelingt es der Autorin immer wieder kleine Abschnitte einzubauen, die nicht ganz Ernst erscheinen. Da wäre die Freundschaft zwischen Mohammed und Saad und das Verhältnis zwischen Nihal und ihrem Chef. Hier wird auch nochmal ein zentrales Thema angesprochen, Vertrauen. Die Sprache, die die Autorin benutzt lässt den Leser ein bisschen atemlos zurück, doch dafür unterstützt sie die Spannung bis zum Finale außergewöhnlich gut.
Ich finde diesen Thriller hochspannend und verzeihe ihm auch, dass er manchmal ein bisschen drüber ist. Der Story tut das gut und vor allem bewegt sich die Autorin in einem Bereich, der sich durch hohe Brutalität auszeichnet. In diesem Umfeld das Thema Vertrauen zu beschreiben, finde ich gut gelungen.