Ich hatte eine Freundin fürs Leben.

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owenmeany Avatar

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Beruflich legt Christiane Hoffmann ihre Finger an den Puls der Zeit, und in ihren Büchern bricht sie die zeitgeschichtlichen Entwicklungen herunter auf die persönliche Dimension. Das hat mich stark beeindruckt in "Alles, was wir nicht erinnern", in dem sie den Fluchtweg ihres Vaters aus Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg zu Fuß nachvollzieht.

Hier beklagt sie den tragischen Verlust ihrer Freundin durch Suizid am Vorabend des russischen Einmarschs in die Ukraine. Mit ausgesprochener Sensibilität zieht sie zur Trauerbewältigung die Gedichte Anna Achmatowas zu Rate und fasst ihre Gefühle in eigene Verse. Dann beginnt sie, die Vorgeschichte zu erzählen, persönlich berührt, als wäre das alles gestern erst geschehen.

Voller Begeisterung berichtet sie von Begegnungen mit Russen in den durch die allgemeine Öffnung geprägten achtziger Jahren. Was ist das für eine Wohltat, sich die reiche russische Kultur vor Augen zu führen, in heutigen Tagen, wo durch den Krieg alles nur noch polarisiert und Feindbild ist.