Trauer, Wut und Desillusionierung...
Christiane Hoffmann beschreibt in diesem Text sehr berührend ihre tiefe Trauer. Für sie gehören zwei schreckliche Ereignisse untrennbar zusammen: der Selbstmord ihrer besten Freundin und der zeitgleiche Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine. Beim Abschied von der Freundin fühlt sie neben großer Trauer auch eine tiefe Wut. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie das Gefühl hat, im Leben der Freundin zu wenig geholfen zu haben. Gleichzeitig erinnert sie sich an ihre gemeinsame, glückliche Studienzeit in den 1990er-Jahren zurück, als sie sich beide für die russische Sprache und Kultur begeisterten und voller Hoffnung in die Zukunft blickten. Diese damalige Hoffnung ist nun durch den Krieg und den persönlichen Verlust komplett zerstört. Als Trost und Halt in dieser schweren Zeit dienen ihr die Gedichte der russischen Dichterin Anna Achmatowa.