Wenn Träume an der Wirklichkeit zerbrechen

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Schon vor der ersten Seite haben mich das Cover und der Titel total angesprochen. Das Design hat etwas sehr Hochwertiges, fast Künstlerisches, und der Titel „Die Träume, die wir hatten“ klingt sofort nach einer großen, bittersüßen Geschichte. Er weckt dieses Gefühl von: „Weißt du noch, wie wir damals dachten, die Welt stünde uns offen?“ – gemischt mit der Vorahnung, dass diese Träume wohl geplatzt sind.
Und genau so steigt die Leseprobe auch ein, allerdings mit einer Wucht, die ich so nicht erwartet hätte. Christiane Hoffmann wirft einen direkt ins Geschehen und verknüpft das ganz persönliche, tragische Ende einer jahrzehntelangen Freundschaft mit dem Moment, in dem 2022 der Krieg ausbricht. Diese Gleichzeitigkeit von privatem Schock und weltweitem Chaos geht beim Lesen richtig unter die Haut.
Der Schreibstil ist total intensiv, aber unaufgeregt. Man merkt, wie dünnhäutig die Autorin in diesen Momenten war – da mischt sich tiefe Trauer mit einer spürbaren Wut. Es ist ein sehr persönlicher, ehrlicher Blick auf den Verlust eines Menschen, aber auch auf das Ende einer ganzen Epoche der Hoffnung im Osten Europas. Nach diesem Prolog will man das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen.