Anders als erwartet

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stephi19 Avatar

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Mich hat Christiane Hoffmanns Prolog von "Die Träume, die wir hatten" sehr berührt, sehr poetisch und wortgewandt.
Im Roman sollen der Kriegsbeginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und das persönliche Schicksal der Protagonistin (und Autorin) und einer Freundin, die Suizid begeht, verknüpft werden.
In der Leseprobe wirkt es zunächst schlüssig und die Verbindung intensiv, überzeugt mich im Folgenden jedoch nicht.
Zum einen erzählt die Autorin eine Geschichte über Freundschaft und ihrem Abschied von ihrer Freundin. Diese Geschichte steht - für mich - jedoch zusammenhanglos neben den historischen Erlebnisberichten aus Kiew. Und rückt das ein oder andere Mal auch eher in den Hintergrund.
Die Berichte sind spannend, es ist jedoch nicht das, was ich aufgrund des Klappentextes erwartet habe.
Da die persönliche Geschichte immer wieder von historischen Berichten unterbrochen wird, kommt für mich insgesamt kein Leseflow auf. Die Verse, die den Fließtext immer mal wieder unterbrechen, gefallen mir jedoch sehr, sie sind wunderschön und ausdrucksstark. Auffallend ist der wiederkehrende Und immer wiederkehrende Bezug zur Kunst insbesondere zur Literatur insbesondere zu Achmatowa, das wirkt manchmal etwas künstlich.
Insgesamt ist die Verbindung von persönlichem Schicksal und politischen Umbrüchen nicht stimmig (für mich) und meiner Meinung nach hätte jede der beiden Geschichte ihr eigenes Buch verdient. Dabei bleibt zu beachten, dass es sich - trotz aller historischen Genauigkeit - um eine subjektive westliche Perspektive handelt.