Christine, Russland und die Ukraine

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milena Avatar

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Dem Roman "Die Träume, die wir hatten" der ausgewiesenen Osteuropa-Expertin kommt man durch den Untertitel inhaltlich sehr nahe: Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich. Christiane Hoffmann betont sehr nachdrücklich in der Danksagung am Ende, dass dieses Buch nur möglich gewesen sei durch die Zusage von Hanne Gölz, der Mutter von Christine, eine der engsten Freundinnen der Autorin, die sich das Leben genommen hat. Christine ist eine renommierte Slavistin gewesen, die an einer bipolaren Störung litt und sich selbst mit Tabletten am 22.02.2022 das Leben nahm. Im Prolog (S. 7) schreibt die Autorin: "In der Nacht, als der Krieg beginnt, ist sie schon tot." Im Folgenden geht die Autorin der Frage nach, "hätte man es verhindern konnen? Den Tod der Freundin, aber auch den Krieg gegen die Ukraine und die Selbstzerstörung Russlands?" (Klappentext). Dazu taucht sie tief in die eigene Biografie ein, berichtet von den Menschen, die ihren Weg kreuzten, schildert ihre Aufenthalte in Russland und Osteuropa. Das Buch macht es nicht ganz einfach. Es braucht, denke ich, die Kenntnis und wahrscheinlich sogar das Miterleben dieser Zeiten, als die Mauer fiel, die Sowjetunion sich auflöste, der Kalte Krieg als ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten schien, um in dem Ubermaß an Geschehnissen, privaten wie politischen, der Vielzahl der eingeführten Personen und den Alltäglichkeiten dieser Zeit nicht unterzugehen, sondern einen Wiedererkennungseffekt zu haben. Am Sprachstil der Autorin liegt es eindeutig nicht. Klar und schnörkellos erzählt sie, die eingeschobenen Gedichtzeilen wirken erhellend für das Geschehen. Ebenso stimmungsvoll ist das Cover mit eindeutig russischen Konnotationen in der Bildbetrachtung.