Eigentlich zwei Bücher wert...

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fraumliest Avatar

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'Die Träume, die wir hatten' überzeugt mich vor allem durch Christiane Hoffmanns außergewöhnlich poetische und einfühlsame Sprache.
Viele Passagen sind atmosphärisch dicht und so schön formuliert, dass ich sie am liebsten immer wieder lesen möchte. Gerade diese sprachliche Qualität macht das Buch besonders.

Was mich jedoch etwas enttäuscht hat, ist die Gewichtung der Erzählung. Die Geschichte der beiden Freundinnen, die für mich das emotionale Herz des Romans hätte sein können (und für mich hätte sein sollen), tritt immer wieder hinter die sehr ausführlichen politischen und gesellschaftlichen Einschübe zurück. Diese sind zwar interessant und geben wichtigen historischen Kontext, haben meinen Lesefluss aber häufig verlangsamt und es mir somit erschwert, eine enge Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Ich hätte mir gewünscht, dass die persönliche Beziehung der beiden Frauen mehr Raum bekommt und konsequenter im Mittelpunkt steht.

Insgesamt ist es ein sprachlich gelungenes Buch mit vielen klugen Gedanken, das mich jedoch emotional nicht ganz so erreicht hat, wie ich es mir aufgrund des Themas erhofft hatte.