Paralleles Erzählen
Dieses Buch habe ich nicht des Stoffes wegen ausgewählt, sondern, weil ich bereits Christiane Hoffmanns „Alles, was wir nicht erinnern- Zu Fuß auf dem Fluchtweg meines Vaters“ mit Gewinn gelesen hatte und bis heute daran denke. Außerdem gefiel mir das Cover mit dem Gemälde von Paul Powis ausnehmend gut. Nun also zum aktuellen Buch mit dem Titel „Die Träume, die wir hatten- Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich“. Christiane Hoffmann verbindet die Geschichte einer Freundschaft mit der Geschichte der Länder, in denen sie stattfindet. So wechselt sie die Perspektive einer ratlosen Freundin mit Erinnerungen an die gemeinsame Jugend, das Studium in Russland und der Ukraine mit der gut recherchierten und ausgewogenen Einschätzung der Korrespondentin. Sie nimmt sich Zeit. Dieses parallele Erzählen und Bedenken eröffnet Parallelen und Einblicke, berührt und regt zum Denken und Erinnern an und zu Fragen. „Es heißt, man habe es nicht verhindern können. / Den Krieg nicht und/ auch nicht ihren Tod. […] Doch das ist gerade die Frage.“