Unausweichliches Ende
„Die Träume, die wir hatten“ von Christiane Hoffmann ist ein zutiefst aufwühlendes und ehrliches Buch über eine lebenslange Freundschaft und einen unlösbaren politischen Konflikt. Da ich selbst Slawistik und Politik studiert habe, ist mir die politische Thematik des Buchs bestens bekannt. Und genau deshalb wollte ich dieses Buch lesen. Vieles findet sich wieder, was ich Anfang der neunziger Jahre in der ehemaligen Sowjetunion erlebt habe. Es gefällt mir sehr gut, wie die Autorin den Konflikt zwischen Ost und West darstellt. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern es wird versucht zu erklären, warum wir jetzt in dieser scheinbar ausweglosen Situation sind. Wenn ich das Cover betrachte, scheint es sich eher um eine leichte Urlaubslektüre zu handeln, doch das ist dieses Buch auf keinen Fall. Zum Ende hin wird es immer intensiver zu lesen. Ich finde es gut, dass der Name der Freundin nicht genannt wird. Während der Lektüre habe ich sofort meine Gedichtbände von Anna Achmatowa wieder in die Hand genommen. Ein lesenswertes Buch, auch für all diejenigen, die sich mit Russland nicht so gut auskennen und die versuchen diesen Konflikt zu verstehen.