Vom Traum zur Apokalypse
„Die Träume, die wir hatten“ ist ein sehr persönliches Buch der bekannten Autorin, der Journalistin Christiane Hoffmann. Es ist ein Rückblick auf die letzten knapp 40 Jahre, mit drei Schwerpunkten.
Hoffmann skizziert ihre berufliche Karriere, angefangen mit einem Studium der Slawistik und des Journalismus. Sie spricht russisch, hat viele Regionen der zunächst noch existierenden Sowjetunion privat und beruflich bereist (St. Petersburg, Moskau, Kiew, die Krim, die baltischen Länder, Kirgisien …), auch noch, als sie nicht mehr Korrespondentin in Moskau war. Dabei hat sie viele Menschen kennen gelernt, interviewt, sich mit einigen angefreundet. Sie beschreibt das Leben der Menschen, zum Teil anekdotisch, und deren Einstellung zur politischen Lage. Hinzu kommen Informationen über ihr Privatleben.
Parallel dazu gibt sie Überblicke über die politischen Entwicklungen, indem sie den Weg der Sowjetunion zum heutigen Russland und zu den selbstständigen ehemaligen Sowjetrepubliken beschreibt. Mit ihrer Beurteilung der Fehler, mit denen die westlichen Staaten zum Misslingen der Demokratisierung Russlands beigetragen haben, Ursachen der Konflikte, insbesondere des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Interessant und nicht so trocken wie ein reines Sachbuch, gerade richtig für mich als halbwegs politisch interessierten Menschen.
Der Schreibstil gefällt mir gut, der Inhalt ist sehr informativ. Er ergänzt für mich weitere Romane, die ich zuletzt gelesen habe und in denen die Geschichte der Ukraine thematisiert wird. Beeindruckt bin ich vom Mut der Autorin, sich als junge Studentin und später als Praktikantin in der Sowjetunion allein zu bewegen.
In einem dritten Erzählstrang beschreibt sie ihr Verhältnis zu einer namentlich erst im Anhang genannten deutschen Freundin, die sie bei ihrem Slawistikstudium kennengelernt hat, mit der sie die Liebe zur russischen Literatur teilte, vornehmlich der Lyrik, besonders der Schriftstellerin Anna Andrejewna Achmatowa. Unterlegt mit Ausschnitten aus Gedichten, sehr schön geschrieben. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Freundin ist ihr Suizid, Hoffmann hat viele namentlich genannte Freundinnen und Freunde, die nur Nebenrollen spielen. Sie macht sich Vorwürfe, die Depression der Freundin nicht erkannt zu haben, ihr nicht geholfen zu haben oder sogar zu den Depressionen beigetragen zu haben.
Sowohl die Politik als auch die Freundin fahren am Ende symbolisch gegen die Wand. Der Zusammenhang zwischen der Geschichte der Freundin und den politischen Verwerfungen wirkt auf mich konstruiert, passt nur zeitlich und erschließt sich mir kaum.
Nach der nicht immer leichten Lektüre nehme ich mir vor, auch Hoffmanns Buch „Alles, was wir nicht erinnern“ zu lesen.
Hoffmann skizziert ihre berufliche Karriere, angefangen mit einem Studium der Slawistik und des Journalismus. Sie spricht russisch, hat viele Regionen der zunächst noch existierenden Sowjetunion privat und beruflich bereist (St. Petersburg, Moskau, Kiew, die Krim, die baltischen Länder, Kirgisien …), auch noch, als sie nicht mehr Korrespondentin in Moskau war. Dabei hat sie viele Menschen kennen gelernt, interviewt, sich mit einigen angefreundet. Sie beschreibt das Leben der Menschen, zum Teil anekdotisch, und deren Einstellung zur politischen Lage. Hinzu kommen Informationen über ihr Privatleben.
Parallel dazu gibt sie Überblicke über die politischen Entwicklungen, indem sie den Weg der Sowjetunion zum heutigen Russland und zu den selbstständigen ehemaligen Sowjetrepubliken beschreibt. Mit ihrer Beurteilung der Fehler, mit denen die westlichen Staaten zum Misslingen der Demokratisierung Russlands beigetragen haben, Ursachen der Konflikte, insbesondere des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Interessant und nicht so trocken wie ein reines Sachbuch, gerade richtig für mich als halbwegs politisch interessierten Menschen.
Der Schreibstil gefällt mir gut, der Inhalt ist sehr informativ. Er ergänzt für mich weitere Romane, die ich zuletzt gelesen habe und in denen die Geschichte der Ukraine thematisiert wird. Beeindruckt bin ich vom Mut der Autorin, sich als junge Studentin und später als Praktikantin in der Sowjetunion allein zu bewegen.
In einem dritten Erzählstrang beschreibt sie ihr Verhältnis zu einer namentlich erst im Anhang genannten deutschen Freundin, die sie bei ihrem Slawistikstudium kennengelernt hat, mit der sie die Liebe zur russischen Literatur teilte, vornehmlich der Lyrik, besonders der Schriftstellerin Anna Andrejewna Achmatowa. Unterlegt mit Ausschnitten aus Gedichten, sehr schön geschrieben. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Freundin ist ihr Suizid, Hoffmann hat viele namentlich genannte Freundinnen und Freunde, die nur Nebenrollen spielen. Sie macht sich Vorwürfe, die Depression der Freundin nicht erkannt zu haben, ihr nicht geholfen zu haben oder sogar zu den Depressionen beigetragen zu haben.
Sowohl die Politik als auch die Freundin fahren am Ende symbolisch gegen die Wand. Der Zusammenhang zwischen der Geschichte der Freundin und den politischen Verwerfungen wirkt auf mich konstruiert, passt nur zeitlich und erschließt sich mir kaum.
Nach der nicht immer leichten Lektüre nehme ich mir vor, auch Hoffmanns Buch „Alles, was wir nicht erinnern“ zu lesen.