Von Hoffnung und Verlust
„Die Träume, die wir hatten“, von Christiane Hoffmann, erschienen 2026 bei C. H. Beck, pendelt zwischen Sachbuch, Roman und Autobiographie – und findet dabei für mich leider keine wirkliche Verbindung der Themen und Gewichtung.
Christane Hoffmann erlebt einen zufälligen Zusammenfall zweier für sie sehr prägender Ereignisse: Der Überfall Russlands auf die Ukraine sowie der Freitod einer wichtigen Freundin geschehen beide am 24. Februar 2022. Da die Freundin ein wichtiger Teil von Hoffmanns Lebensgeschichte im Kontakt mit Russland und der Ukraine ist – Christiane Hoffmann ist nach einem Studium der Slawistik, osteuropäischer Geschichte sowie Journalistik als Journalistin und Osteuropa-Expertin tätig – erscheint es ihr sinnvoll, diese zwei Ereignisse und deren Herleitung miteinander zu verbinden. Was für mich nicht gelingt.
Die Autorin erzählt sachkundig und aus dem persönlichen Erleben heraus mit vielen Informationen von der Öffnung und erneuten Verschließung Russlands, vom Zerfall der Sowjetunion und der Bildung vieler Nationalstaaten, von den in der Folge nie wirklich geklärten Konflikten in Osteuropa und der langen Anbahnung der Invasion Russlands in die Ukraine. Wer sich diese Entwicklung im Detail vor Augen führen möchte, der ist in diesem Buch auf jeden Fall richtig, anhand von Hoffmanns Beschreibungen kann man diesen Konflikt in der Tiefe verstehen, nicht zuletzt, weil Hoffmann zu vielen Zeiten in den entsprechenden Ländern gelebt hat.
Fast wie ein Fremdkörper arbeitet sich in diese historische Chronik die eher undifferenzierte Trauer über die gestorbene Freundin hinein und die vielen Unterlassungen und Versäumnisse, die diese Beziehung aufweist, die vielen Punkte, an denen die Autorin im Nachhinein das Gefühl hat, die Freundin vielleicht doch besser unterstützt haben zu können. Zeitgleich weist sie auf Versäumnisse auf der politischen Ebene in Richtung Osteuropa hin, auf Zeitpunkte, wo die Geschichte vielleicht durch andere Aufmerksamkeit und anderes Eingreifen eine andere Wendung hätte bekommen können.
Diese Parallelschaltung erscheint fast unzulässig, auf jeden Fall zeigt das Ergebnis, dass es der Autorin selbst schwerfällt, hier einen klaren Zusammenhang oder eine gute Gewichtung zu finden. Auch wenn aus ihrem persönlichen Erleben heraus die Zusammenführung sinnfällig ist, dürfte diese für die Allgemeinheit in einem Konstrukt steckenbleiben. Und so fand ich das Buch leider schwerfällig zu lesen, weil mir immer wieder der Fokus abhandenkam und ich das Räsonieren über die Freundschaft in aller Ehrlichkeit gefühlsduselig und selbstbezogen fand – auch wenn das Thema „Versäumnisse“ im Kleinen wie im Großen ein sehr interessantes ist.
Dennoch würde ich dieses Buch, das sich einer klaren Genreform entzieht, unbedingt allen Menschen empfehlen, die sich intensiv mit der Historie der Öffnung nach dem Kalten Krieg bis zur völligen Willkürherrschaft heute beschäftigen wollen, dafür ist dieses Werk Gold.
Christane Hoffmann erlebt einen zufälligen Zusammenfall zweier für sie sehr prägender Ereignisse: Der Überfall Russlands auf die Ukraine sowie der Freitod einer wichtigen Freundin geschehen beide am 24. Februar 2022. Da die Freundin ein wichtiger Teil von Hoffmanns Lebensgeschichte im Kontakt mit Russland und der Ukraine ist – Christiane Hoffmann ist nach einem Studium der Slawistik, osteuropäischer Geschichte sowie Journalistik als Journalistin und Osteuropa-Expertin tätig – erscheint es ihr sinnvoll, diese zwei Ereignisse und deren Herleitung miteinander zu verbinden. Was für mich nicht gelingt.
Die Autorin erzählt sachkundig und aus dem persönlichen Erleben heraus mit vielen Informationen von der Öffnung und erneuten Verschließung Russlands, vom Zerfall der Sowjetunion und der Bildung vieler Nationalstaaten, von den in der Folge nie wirklich geklärten Konflikten in Osteuropa und der langen Anbahnung der Invasion Russlands in die Ukraine. Wer sich diese Entwicklung im Detail vor Augen führen möchte, der ist in diesem Buch auf jeden Fall richtig, anhand von Hoffmanns Beschreibungen kann man diesen Konflikt in der Tiefe verstehen, nicht zuletzt, weil Hoffmann zu vielen Zeiten in den entsprechenden Ländern gelebt hat.
Fast wie ein Fremdkörper arbeitet sich in diese historische Chronik die eher undifferenzierte Trauer über die gestorbene Freundin hinein und die vielen Unterlassungen und Versäumnisse, die diese Beziehung aufweist, die vielen Punkte, an denen die Autorin im Nachhinein das Gefühl hat, die Freundin vielleicht doch besser unterstützt haben zu können. Zeitgleich weist sie auf Versäumnisse auf der politischen Ebene in Richtung Osteuropa hin, auf Zeitpunkte, wo die Geschichte vielleicht durch andere Aufmerksamkeit und anderes Eingreifen eine andere Wendung hätte bekommen können.
Diese Parallelschaltung erscheint fast unzulässig, auf jeden Fall zeigt das Ergebnis, dass es der Autorin selbst schwerfällt, hier einen klaren Zusammenhang oder eine gute Gewichtung zu finden. Auch wenn aus ihrem persönlichen Erleben heraus die Zusammenführung sinnfällig ist, dürfte diese für die Allgemeinheit in einem Konstrukt steckenbleiben. Und so fand ich das Buch leider schwerfällig zu lesen, weil mir immer wieder der Fokus abhandenkam und ich das Räsonieren über die Freundschaft in aller Ehrlichkeit gefühlsduselig und selbstbezogen fand – auch wenn das Thema „Versäumnisse“ im Kleinen wie im Großen ein sehr interessantes ist.
Dennoch würde ich dieses Buch, das sich einer klaren Genreform entzieht, unbedingt allen Menschen empfehlen, die sich intensiv mit der Historie der Öffnung nach dem Kalten Krieg bis zur völligen Willkürherrschaft heute beschäftigen wollen, dafür ist dieses Werk Gold.