Zäher Gesellschaftsroman
Das Buch kombiniert autobiographische Elemente mit historischen Fakten und einer persönlichen Einschätzung der Autorin zur politischen und gesellschaftlichen Situation Russlands und der Ukraine seit dem Zusammenbruch der Sowjetrepublik. Ein immer wiederkehrendes Element und Bindeglied der unterschiedlichen Themen ist die verstorbene Freundin der Autorin. Einzelne Abschnitte des Buches, beispielsweise die Schilderungen des Alltags Anfang der Neunziger Jahre, waren sehr interessant. Insgesamt empfand ich das Lesen zäh und mühselig. Zum einen lag das an einer für mich nicht erkennbaren Gliederung des Buches, deutlich strukturierte Kapitel habe ich vermisst. Die thematischen und zeitlichen Sprünge empfand ich als plötzlich und teilweise nicht nachvollziehbar. Der Schreibstil ist bewusst gewählt, aber ich bevorzuge eine einfache und klare Sprache und bin über die verschachtelten Sätze oder die gewählte Grammatik und Satzbauweise teilweise gestolpert, sodass ich das Lesen als mühsam empfand.