Ein Welterfolg geht weiter.

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franci Avatar

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Zugegeben betrachte ich Fortsetzungen oder Spin offs zu Klassikern oder Bestsellern, zu Lieblingsgeschichten, die längst abgeschlossen waren, kritisch. So auch hier. Obwohl ich sicher bin, dass „Die Unruhe der Zeit“ im Gesamten bzw. als Fortsetzung unnötig ist, zugleich jedoch auch mein Interesse weckt – kann dieser Roman an den Erfolg von „Die Frau des Zeitreisenden“ anknüpfen? Wird es in diesem Buch etwas Neues geben, mehr Tiefe und detailreichere Einblicke, Erklärungen über den mysteriösen Gendefekt? – verspüre ich eine gewisse Ambivalenz. Nun, ich habe die LP gelesen und bin überzeugt von Audrey Niffeneggers Stil, der zwischen bitterer Melancholie, Wehmut und Moderne schwankt. Dass nun Alba im Vordergrund steht, ein Mädchen, dass ihren Vater bei seinem Leiden zugesehen hat, mit der Frage aufgewachsen ist, ob und wenn ja in welchem Alter sie Henry nächstes Mal begegnen wird, wie viel Zeit ihnen als Familie bleibt, gibt der Geschichte erneut etwas Tragisches. Und trotz des fantastischen Aspekts sind die Emotionen menschlich, echt, roh. Wie Alba mit ihrem Erbe umgeht, versucht, das Reisen zu kontrollieren und sich zu regulieren, ist gleichermaßen spannend wie bewegend – ebenso ihre Beschreibungen über ihre unberechenbare Kindheit. Musik als Zuflucht und Ort der Erdung gibt der unvorhersehbaren „Erkrankung“ samt der Flüchtigkeit des Lebens und dem Tempo der Zeit einen starken Kontrast, mit den es sich identifizieren lässt.
Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, Alba kennenzulernen und durch sie noch einmal „Die Frau des Zeitreisenden“ neu zu erleben – aus einer anderen Perspektive – sowie diese Bürde, das Chaos, mit ihr gemeinsam zu überleben.