Eine vielfarbige Welt mit Fragen, deren Antworten manchmal ein wenig versteckt sind

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lydia_bremer Avatar

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Was mir bei diesem Buch besonders gefallen hat, war der Gedanke hinter Milos Reise. Er soll herausfinden dürfen, was ihm Freude macht und welche Fähigkeiten in ihm stecken. Mit vierzehn schon genau wissen zu müssen, wohin das Leben geht, stelle ich mir ziemlich schwer vor. In Panelima gibt es erst einmal Raum zum Suchen. Das fand ich schön, und ich habe Milo gern auf einem Teil des Weges begleitet.
Mit Dylan und Elani wird aus seiner Reise etwas Gemeinsames. Ich mochte die charakterlichen Unterschiede zwischen den drei Jugendlichen und wie wichtig sie füreinander werden. Gerade wenn etwas rätselhaft oder gefährlich ist, bedeutet es viel, nicht allein damit bleiben zu müssen. Dieses Vertrauen hat mich mehr berührt als eine besonders spektakuläre Fähigkeit. Auch dass die Jugendlichen ihre Grenzen kennenlernen, gehört für mich zu den nahen Momenten der Geschichte.
Die ungewöhnlichen Fähigkeiten haben mir trotzdem große Freude gemacht. Gefühle als Farben wahrzunehmen und sie riechen zu können, ist eine wunderbare Vorstellung. Überhaupt sind die Gerüche, Pflanzen und das Essen so lebendig beschrieben, dass ich manches gern selbst gesehen oder probiert hätte. Die Neugier auf die Figuren und ihre Umgebung hat mich gut durch die ersten Seiten getragen. Später mochte ich die ausführliche Erzählweise sehr, weil sie mir Zeit mit den Figuren und Ereignissen gab. Und nach und nach merkt man, dass kleine Details nicht nur hübsch sind, sondern mit den Geheimnissen zusammenhängen.
Panelima wurde für mich ein Ort, an dem ich gern geblieben wäre. Trotz aller Schwierigkeiten, die es auch in dieser Utopie gibt. Die Menschen sollen miteinander leben und aufeinander achten. Dass es trotzdem Egoismus und gefährliche Entscheidungen gibt, macht das Wohlfühlen in dieser Welt für mich nicht unglaubwürdig. Besonders mochte ich, dass hinter den Konflikten menschliche und wissenschaftliche Fragen stehen. Ich musste nicht einfach jemanden eindimensional böse finden, um gespannt zu sein, wie die Geschichte weitergeht.
Das Buch hat mich mit seinen Rätseln gefesselt und mit seinem hoffnungsvollen Blick berührt. Freundschaft und vernünftiges Handeln dürfen etwas verändern. Als ich fertig war, hatte ich das Gefühl einer abgeschlossenen Reise, aber noch keine rechte Lust auf den Abschied. Sehr gern fünf Sterne für Milo und diese farbige, eigenwillige Welt.