Gemeinschaft, die Fragen aushält

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felicia_ff Avatar

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Zuerst hat mich Panelimas Version von Zukunft und Zusammenleben interessiert. Menschen sollen einen Platz finden, der ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen entspricht und zugleich zur Gemeinschaft beiträgt. Das klingt schön. Nach vielen eher bedrückenden Zukunftswelten war ich neugierig darauf, ob wohlfühlen in dieser Gesellschaft reicht und trotzdem Spannung aufkommt. Und ja, die Geschichte kann beides und noch viel mehr.
Die Volantur hat mir dabei besonders gefallen. Jugendliche dürfen Erfahrungen sammeln und herausfinden, was ihnen liegt. Und ich mochte diesen Blick auf Milo: Er ist ein Mensch, der sich entwickelt, und soll nicht einfach möglichst früh nützlich funktionieren. Seine Reise mit Dylan und Elani bekommt dadurch neben den Rätseln etwas sehr Persönliches. Der Zusammenhalt der drei macht spürbar, warum Vertrauen in dieser Welt so viel bedeutet.
Gerade deshalb fand ich die Geheimnisse spannend. Wenn Offenheit selbstverständlich sein soll, fällt Schweigen umso mehr auf. Auch der Kristall, der anderen zeigt, wie es einem geht, hat mich beschäftigt. Ich konnte den Wunsch nach Verständnis gut nachvollziehen und würde trotzdem vermutlich nicht wollen, dass alles von mir sichtbar wäre. Solche Fragen geben Panelima für mich Tiefe, ohne den Gemeinschaftsgedanken sofort schlechtzumachen.
Besonders mochte ich, dass die Konflikte nicht beweisen sollen, dass hinter der freundlichen Welt nur etwas Schreckliches steckt. Menschen können Fehler machen und Grenzen überschreiten, auch wenn das gemeinsame Fundament gut ist. Die wissenschaftlichen Fragen und der ökologische Skandal passen dazu. Hinter den gefährlichen Vorgängen stehen Entscheidungen, über die ich nachdenken konnte; der Gegenspieler bleibt interessanter als eine bloße Verkörperung des Bösen.
Die Naturverbundenheit hat mir ebenfalls sehr gefallen. Pflanzen, Farben, Gerüche und die fantasievolle vegetarische Küche machen Panelima lebendig. Durch Milos besondere Wahrnehmung werden sogar Gefühle sinnlich erfahrbar. Das war für mich eine der schönsten Ideen des Buches. Die Sprache erzählt ausführlich, und für die neuen Begriffe musste ich mir anfangs Zeit nehmen. Danach mochte ich das genaue Hinsehen, zumal viele Details später für die Spurensuche wichtig werden.
So blieb die Geschichte für mich positiv spannend, während ich mich wirklich gern an diesem Ort aufgehalten habe. Dass Vernunft, Freundschaft und Verständigung bei den Konflikten Gewicht bekommen, hat mich sehr angesprochen. Die Reise fühlt sich am Ende rund an, und der hoffnungsvolle Grundton ist angenehm ungewöhnlich und beflügelnd zugleich - für mich war das wirklich eine tolle Lesereise, die ich bestimmt nochmal durchleben werde in Zukunft.