Ready für die Schaminventur

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Schon die Leseprobe hat mich schnell gepackt. Miriam Stein schreibt sehr persönlich, offen und angenehm direkt. Besonders gelungen finde ich, wie sie eigene Erfahrungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen über Scham verbindet. Ihre Erinnerung an die Chorfahrt zeigt sehr deutlich, wie eine eigentlich vermeintlich kleine Beschämung das eigene Verhalten noch Jahre später beeinflussen kann. Gleichzeitig haben ihr Humor und ihre pointierten Formulierungen bei mir dafür gesorgt, dass der Text trotz des ernsten Themas leicht und unterhaltsam zu lesen blieb.

Spannend finde ich vor allem die Frage, welche Scham tatsächlich eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt und welche uns nur unnötig einschränkt. Die angekündigte Schaminventur und die verschiedenen Themen wie Körper, Essen, Geld und Herkunft machen mich neugierig darauf, zu welchen Erkenntnissen die Autorin kommt und was auch ich dabei noch über mich selbst lernen kann. Miriam Stein wirkt dabei nahbar, selbstkritisch und keineswegs belehrend. Das Cover gefällt mir auch sehr gut, weil es mit seiner selbstbewussten Gestaltung sehr gut zum Thema des Buches passt.

Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil ich mir davon nicht nur interessante gesellschaftliche Denkanstöße verspreche, sondern vermutlich auch einige Momente, in denen ich meine eigenen Schamgefühle und vermeintlichen Selbstverständlichkeiten hinterfragen werde.