„Wenn Scham ihre Macht verliert und Freiheit beginnt“
„Die unverschämte Frau“ greift mit der weiblichen Scham ein wichtiges und vielschichtiges Thema auf. Interessant finde ich besonders, wie Miriam Stein persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erwartungen und historischen Prägungen verbindet. Dadurch bekommt das Sachbuch eine sehr persönliche Ebene und macht deutlich, wie früh Scham entstehen und wie lange sie Entscheidungen beeinflussen kann. Der Schreibstil wirkt direkt, offen und stellenweise bewusst provokant, was gut zum Titel und zur Botschaft des Buches passt. Auch die Idee, sich Schritt für Schritt von überflüssigen Schamerzählungen zu lösen, finde ich grundsätzlich stark. Dennoch merke ich, dass mich die thematische und gesellschaftspolitische Ausrichtung nicht vollständig abholt. Daher würde ich vermutlich nicht unbedingt weiterlesen, kann mir aber vorstellen, dass das Buch anderen Leserinnen wichtige Denkanstöße und Mut geben kann.