Scham, Scham, Scham
Das Buch ist hochwertig produziert. Liegt gut in der Hand. Es sieht schön aus. Den Klappenband kann man auch ein Stück lang als Lesezeichen verwenden, was ich immer als sehr angenehm empfinde. Doch ganz überzeugen konnte es mich nicht. Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Es geht in dem Buch um Scham, ja, aber auch sehr um die eigene Geschichte der Autorin. Es fühlt sich mehr an wie eine Biografie als ein aufklärendes Buch über Scham. Das ist das eine. Das andere was mich negativ beeinflusst hat, war das so viel, so oft, so wiederholend Scham geschrieben wurde, Situationen geschildert wurden, dass ich mich danach viel mehr Schäme, als das man aufgeklärt wird und zur unverschämten Frau wird. Es gibt wenig Hoffnung. Der Fokus liegt zu stark auf negativ Erlebten anstatt auf den überwindenden Umgang. Das ist echt schade, denn der Schreibstil an sich hat mir sehr gut gefallen. Auch die Autorin habe ich als sympathisch empfunden, ich weiß ja nun über ihr Leben bescheid. Wenn es als Biografie ausgeschrieben wäre, hätte ich mehr Sterne vergeben.