"Sei wie das Veilchen im Moose ..." (S. 206)

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Scham kennt jeder und spätestens die Einstiegsfragen jedes Kapitels rufen einem die schambehaftesten eigenen Erinnerungen wieder ins Gedächtnis. Doch genau das will dieses Buch! Gemeinsam mit der Autorin Miriam Stein macht man sich als Leser auf den Weg durch ihr Leben und betrachtet verschiedene schambehaftete Aspekte, bekommt gleichzeitig aber auch Gelegenheit, auf das eigene Leben zu blicken.
Das Buch ist sehr sinnvoll und logisch strukturiert in vier "Kann weg: ..."-Abschnitte und auch einen "Muss bleiben: ..."-Abschnitt. Diese Mischung finde ich super, da Scham natürlich etwas ist, was man an vielen Stellen überdenken kann und sollte, was aber nicht per se etwas schlechtes ist. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz und übersichtlich, was es sehr angenehm zum Lesen macht. Miriam Stein schreibt außerdem sehr einnehmend und nahbar.
Einen Stern ziehe ich für mich an, weil ich mir an einigen Stellen mehr Theorie zur Scham gewünscht hätte. Man erfährt viel aus dem Leben der Autorin, was immer wieder auch mit Statistiken, Einblicken in Studien oder Auszüge aus Büchern ergänzt wird, doch davon hätte ich mir noch mehr gewünscht, um auch abseits des Persönlichen noch tiefer ins Thema Scham und die (un-)verschämte Frau einsteigen zu können.