Warum sollte ich mich überhaupt schämen?
Warum eigentlich immer so brav?
„Die unverschämte Frau“ hat bei mir ziemlich viele persönliche Punkte getroffen. Miriam Stein beschäftigt sich mit der Frage, wann Scham eigentlich sinnvoll ist und wann sie uns einfach nur klein hält. Besonders spannend fand ich die Überlegung, wie wir überhaupt erkennen und sortieren können, welche Scham uns etwas Wichtiges sagen möchte und welche uns anerzogen wurde.
Sehr gut gefallen haben mir die Fragen am Anfang jedes Kapitels. Sie holen einen direkt ins Thema und laden dazu ein, die eigenen Erfahrungen und Gedanken mit einzubeziehen. Dazu kommen viele persönliche Anekdoten der Autorin, in denen ich mich teilweise erstaunlich stark wiedererkannt habe. An manchen Stellen haben sie sogar meine eigene Scham wieder hervorgeholt – gleichzeitig wurde dadurch deutlich, wie viele dieser Erfahrungen gar nicht so individuell sind, sondern von sehr vielen Frauen nachvollzogen werden können.
Die einzelnen Kapitel widmen sich unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Körper, Herkunft oder Arztbesuchen. Dadurch wird sichtbar, wie vielfältig Scham sein kann und wie tief sie teilweise in unserem Alltag steckt. Besonders mochte ich dabei die Verbindung von persönlichen Geschichten mit gesellschaftlichen und politischen Bezügen. Die teilweise sehr aktuellen Quellen und Beispiele machen das Buch zusätzlich interessant und zeigen, dass Scham eben nicht nur ein individuelles Gefühl ist.
Auch die Gestaltung hat mir gut gefallen. Das Veilchen auf dem Cover ist dabei mehr als nur ein hübsches Detail: Die Blume steht sinnbildlich für Sittsamkeit, Bravheit, Biederkeit und Verschämtheit – diese Metapher zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Ich mag solche gestalterischen Elemente sehr, wenn sie nicht bloß dekorativ sind, sondern das Thema des Buches aufgreifen und sich beim Lesen immer wieder neu erschließen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, persönlich und locker. Für mich hat sich das Buch dadurch nie wie eine trockene Abhandlung über ein gesellschaftliches Thema angefühlt, sondern eher wie ein Gespräch, bei dem man zwischendurch immer wieder bei sich selbst landet.
Und genau das nehme ich aus dem Buch mit: Ich möchte meine eigene „falsche“ Scham weiter hinterfragen und einige Dinge angehen, die mich teilweise schon seit Jahren ausbremsen. Das fühlt sich ziemlich empowernd an.
Mein Fazit: Ich würde „Die unverschämte Frau“ besonders Leser*innen empfehlen, die sich schon einmal gefragt haben, warum sie sich eigentlich für bestimmte Dinge schämen – und ob sie das überhaupt noch müssen. Ein persönliches, feministisches und an vielen Stellen sehr anregendes Buch, das durchaus Lust darauf macht, ein bisschen unverschämter durchs Leben zu gehen.
„Die unverschämte Frau“ hat bei mir ziemlich viele persönliche Punkte getroffen. Miriam Stein beschäftigt sich mit der Frage, wann Scham eigentlich sinnvoll ist und wann sie uns einfach nur klein hält. Besonders spannend fand ich die Überlegung, wie wir überhaupt erkennen und sortieren können, welche Scham uns etwas Wichtiges sagen möchte und welche uns anerzogen wurde.
Sehr gut gefallen haben mir die Fragen am Anfang jedes Kapitels. Sie holen einen direkt ins Thema und laden dazu ein, die eigenen Erfahrungen und Gedanken mit einzubeziehen. Dazu kommen viele persönliche Anekdoten der Autorin, in denen ich mich teilweise erstaunlich stark wiedererkannt habe. An manchen Stellen haben sie sogar meine eigene Scham wieder hervorgeholt – gleichzeitig wurde dadurch deutlich, wie viele dieser Erfahrungen gar nicht so individuell sind, sondern von sehr vielen Frauen nachvollzogen werden können.
Die einzelnen Kapitel widmen sich unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Körper, Herkunft oder Arztbesuchen. Dadurch wird sichtbar, wie vielfältig Scham sein kann und wie tief sie teilweise in unserem Alltag steckt. Besonders mochte ich dabei die Verbindung von persönlichen Geschichten mit gesellschaftlichen und politischen Bezügen. Die teilweise sehr aktuellen Quellen und Beispiele machen das Buch zusätzlich interessant und zeigen, dass Scham eben nicht nur ein individuelles Gefühl ist.
Auch die Gestaltung hat mir gut gefallen. Das Veilchen auf dem Cover ist dabei mehr als nur ein hübsches Detail: Die Blume steht sinnbildlich für Sittsamkeit, Bravheit, Biederkeit und Verschämtheit – diese Metapher zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Ich mag solche gestalterischen Elemente sehr, wenn sie nicht bloß dekorativ sind, sondern das Thema des Buches aufgreifen und sich beim Lesen immer wieder neu erschließen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, persönlich und locker. Für mich hat sich das Buch dadurch nie wie eine trockene Abhandlung über ein gesellschaftliches Thema angefühlt, sondern eher wie ein Gespräch, bei dem man zwischendurch immer wieder bei sich selbst landet.
Und genau das nehme ich aus dem Buch mit: Ich möchte meine eigene „falsche“ Scham weiter hinterfragen und einige Dinge angehen, die mich teilweise schon seit Jahren ausbremsen. Das fühlt sich ziemlich empowernd an.
Mein Fazit: Ich würde „Die unverschämte Frau“ besonders Leser*innen empfehlen, die sich schon einmal gefragt haben, warum sie sich eigentlich für bestimmte Dinge schämen – und ob sie das überhaupt noch müssen. Ein persönliches, feministisches und an vielen Stellen sehr anregendes Buch, das durchaus Lust darauf macht, ein bisschen unverschämter durchs Leben zu gehen.