Gänsehaut und Nervenkitzel

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kerstin600 Avatar

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Mit Markus Heitz betrete ich tatsächlich Neuland. Bisher habe ich noch kein Buch von ihm gelesen – und Horror ist ohnehin nicht das Genre, nach dem ich normalerweise im Buchladen greife. Umso gespannter war ich, wie mich die Leseprobe abholen würde.

Der Einstieg hat mir erst einmal überraschend gut gefallen. Die Idee, dass eine alleinerziehende Filialleiterin bei einer Zwangsversteigerung für gerade einmal hundert Euro an eine alte Villa kommt, hat sofort etwas. Dazu kommen ein ziemlich dubioser Erbschaftsstreit, ein aufbrausender Bodybuilder und ein aalglatter Konzernvertreter – da ist ordentlich Bewegung drin.

Als Doreen die Villa schließlich betritt, schlägt die Stimmung dann deutlich um. Knarzendes Holz, eine Uhr, die plötzlich von selbst zu ticken beginnt, seltsame Geräusche und dieses Gefühl, dass das Haus irgendwie… lebt. Das erzeugt schon eine unheimliche Atmosphäre. Gleichzeitig war genau das der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Horror und ich werden vermutlich keine allerbesten Freunde.

Was mich ein bisschen ausgebremst hat, waren die sehr ausführlichen Beschreibungen. Die Villa entsteht zwar glasklar vor dem inneren Auge, aber stellenweise hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte etwas schneller vorankommt. Ich war neugieriger auf das Geheimnis des Hauses als auf jede einzelne Ritze im Putz.

Trotzdem hat die Leseprobe ihren Job gemacht. Ich möchte schon wissen, was mit dieser Villa nicht stimmt, warum ausgerechnet Doreen dort gelandet ist und ob wirklich Übernatürliches dahintersteckt – oder doch etwas ganz anderes. Ob ich am Ende zum Horror-Fan werde, wage ich zwar zu bezweifeln, aber Markus Heitz hat es immerhin geschafft, dass ich wissen möchte, was hinter der nächsten Tür dieser Villa wartet.

Das Cover gefällt mir auch gut. Ein Hingucker im Buchladen