Eher übernatürliche Mystery

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hilou Avatar

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Zum Inhalt:
Die alleinerziehende Doreen kann es selbst kaum fassen. Im Rahmen einer Zwangsversteigerung ersteigert sie tatsächlich eine alte Villa im Leipziger Stadtteil Gohlis zu einem Spottpreis. Mit ihrer Teenagertochter Marina zieht sie bald dort ein und macht sich an die Renovierungsarbeiten. Ihr Leben wendet sich zum Guten, sowohl beruflich als auch privat. Doch um das Haus herum ereignen sich seltsame Todesfälle. Währenddessen ist der Musiker Ethan in London auf der Suche nach den Mördern seiner Mutter und folgt dabei einer Spur, die ihn durch Europa nach Leipzig führt...

Meine Leseerfahrung:
Von Markus Heitz kannte ich bisher nur die Fantasy-Bücher. "Die Villa" ist der erste Horror-Roman von ihm, den ich gelesen habe. Vorweg muss ich aber betonen, dass ich durchaus gerne Horrorbücher lese und weitaus Härteres gewohnt bin. So schnell schockiert mich nichts mehr. Das liegt auch vielleicht daran, dass ich recht früh mit den Büchern von Stephen King gestartet bin, und zwar zu einer Zeit, als dieser auf dem Höhepunkt seines Schaffens war.

"Die Villa" war für mich daher eine sehr milde Variante einer Haunted-House-Geschichte. Gruselempfinden fehlte völlig, Spannung und Action dagegen waren durchgehend vorhanden. Wer gerne übernatürliche Storys mit Dämonen und Geistern mag, wird hier sicherlich gut unterhalten werden.

Wer sich allerdings mehr Tiefgang wünscht und alle offenen Fragen beantwortet haben möchte, sollte sich bei härterem Lesestoff bedienen. Denn sonst wird die Enttäuschung sicherlich schon in den ersten 100 Seiten einsetzen. Die Geschichte fängt nämlich vielversprechend an; es treten zahlreiche interessante Charaktere auf, von Anfang an gibt es zwei Handlungsstränge, die beide superspannend verlaufen, und wir erfahren bereits sehr früh einiges über die Vergangenheit der Villa. Das alles bietet eigentlich Stoff für einen ordentlichen Schmöker und doch hat das Buch nur ca. 330 Seiten, die viel zu schnell gelesen sind. Mit anderen Worten: Das Ende naht zu früh, obwohl so viele Dinge noch zu klären wären. Da es sich hier auch noch um einen Standalone handelt und keine Fortsetzung zu erwarten ist, muss man sich zwangsläufig mit allen offen gebliebenen Fragen arrangieren, was mir persönlich oft schwer fällt.

Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Spaß mit dem flüssigen und direkten Schreibstil des Autors und seinen kreativen Einfällen. Als leichte Horrorlektüre für zwischendurch und fürs kurzweilige Lesen auf jeden Fall noch zu empfehlen!

Fazit:
"Die Villa" von Markus Heitz bietet zwar keine durchdringende Gruselatmosphäre, dafür aber jede Menge temporeiche Spannung mit Unterhaltungswert. Eher milde Horrorlektüre für eine nicht so hartgesottene Leserschaft!