Empfehlenswert für alle, die unheimliche Häuser, bissigen Sozialkommentar und Autoren mögen, die sich neu erfinden.
Inhaltlich überzeugt mich der Kontrast der verschiedenen Kapitel: Einmal wird eine schwarzhumorig-satirische Zwangsversteigerung, bei der die überschuldete Filialleiterin Doreen die Villa für hundert Euro ersteigert beschrieben – bissig, dialoglastig, fast wie eine Screwball-Comedy über deutsche Bürokratie und Immobilienspekulation. Ein anderes Mal kippt dann ohne harten Bruch in echten Gothic Horror, als das Haus beim ersten Betreten förmlich zu erwachen scheint: tickende Standuhr, atmender Windzug, knarrendes, sich streckendes Holz. Dieser Tonwechsel von Sozialsatire zu Grusel ist mutig und funktioniert für mich überraschend gut, weil beide Ebenen thematisch zusammenhängen: Es geht ums Kaufen von etwas, dessen wahren Preis man erst später begreift.
Heitz' Schreibstil lebt von kurzen, oft einzeiligen Sätzen und Wortlisten wie „Leerstand. Verwahrlosung. Einsamkeit.", die Doreens innere Anspannung eindringlich verdichten, ohne ins Kitschige abzudriften. Die enge Nähe zu ihrer Perspektive, samt kursiv gesetzter Gedanken, macht sie sofort greifbar und sympathisch trotz ihrer Fehler. Auch Weißbach und Thalheim wirken in wenigen Szenen erstaunlich plastisch und nachvollziehbar motiviert, auch wenn Weißbachs Wutausbrüche streckenweise etwas holzschnittartig geraten.
Besonders spannend finde ich das Buch, weil Heitz hier sein bekanntes Terrain – die Fantasy-Saga „Die Zwerge" und Urban-Fantasy-Thriller um Vampire – verlässt und sich, nach eigener Aussage inspiriert von Poe und Lovecraft, erstmals an klassischem Gothic Horror versucht.
Fazit: Ein vielversprechender, stilistisch eigenwilliger Auftakt mit Tiefgang unter der Gruseloberfläche. Empfehlenswert für alle, die unheimliche Häuser, bissigen Sozialkommentar und Autoren mögen, die sich neu erfinden.
Heitz' Schreibstil lebt von kurzen, oft einzeiligen Sätzen und Wortlisten wie „Leerstand. Verwahrlosung. Einsamkeit.", die Doreens innere Anspannung eindringlich verdichten, ohne ins Kitschige abzudriften. Die enge Nähe zu ihrer Perspektive, samt kursiv gesetzter Gedanken, macht sie sofort greifbar und sympathisch trotz ihrer Fehler. Auch Weißbach und Thalheim wirken in wenigen Szenen erstaunlich plastisch und nachvollziehbar motiviert, auch wenn Weißbachs Wutausbrüche streckenweise etwas holzschnittartig geraten.
Besonders spannend finde ich das Buch, weil Heitz hier sein bekanntes Terrain – die Fantasy-Saga „Die Zwerge" und Urban-Fantasy-Thriller um Vampire – verlässt und sich, nach eigener Aussage inspiriert von Poe und Lovecraft, erstmals an klassischem Gothic Horror versucht.
Fazit: Ein vielversprechender, stilistisch eigenwilliger Auftakt mit Tiefgang unter der Gruseloberfläche. Empfehlenswert für alle, die unheimliche Häuser, bissigen Sozialkommentar und Autoren mögen, die sich neu erfinden.