Horrorhaus mit blutigem Eigenleben - Splatterroman ohne echte Gruselatmosphäre

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Doreen Markert hat bei einer Zwangsversteigerung für ein Gebot in Höhe von 100 € eine renovierungsbedürftige Villa in Leipzig-Gohlis ergattern können. Dort möchte sie den Traum eines Kunstcafés verwirklichen, während ihre Teenagertochter zunächst wenig begeistert über den Umzug ist. Doch noch während der Renovierung kommt Marina die Idee für einen neuen Song, der ihrer Musikkarriere Schwung verleiht.
Derweil verschwinden Personen aus dem Umfeld von Mutter und Tochter und es mehren sich Todesfälle in der näheren Umgebung der Villa, wobei die Täterschaft rätselhaft bleibt.
In London ist Ethan Ryce erschüttert über den Tod seiner betagten Mutter. Sie und ihre beste Freundin sollen während eines brutalen Streits miteinander einen Herzinfarkt erlitten haben. Ethan stellt Nachforschungen an und kommt okkulten Kreisen auf die Spur, die ihn bis zu der Villa nach Leipzig führen.

Die Geschichte verspricht mit einem Horrorhaus, das ein tödliches Eigenleben entwickelt einen spannenden Gruselfaktor. Die Atmosphäre ist jedoch weniger düster und beängstigend als vielmehr obskur und kryptisch.
Auch wenn offensichtlich ist, dass Ethans Wege ihn irgendwann in den Poetenweg nach Leipzig führen werden, sind die Erklärungen dafür eher dünn und Ethans Suche mehr von Glück und Zufällen geprägt.

In beiden Erzählsträngen werden Personen abgeschlachtet - in der Villa und anderswo, durch die Villa und durch andere Menschen, wobei sich Zusammenhang erst allmählich ergibt und nicht immer nachvollziehbar oder gar logisch erscheint.
Die Charaktere bleiben blass und austauschbar und auch die im Roman so zentrale Villa hat man nicht bildhaft vor Augen.

Blutige Szenen und wahnhafte Mörder allein reichen für ein Horrorgefühl nicht aus. Die Geschichte der Villa und die ihrer Bewohner, der Fluch und Okkultismus, bleiben im Vergleich zu den detailliert geschilderten Gemetzeln zu vage und oberflächlich, als dass man gefesselt in die Geschichte hineingezogen würde.
Die Auflösung am Ende ist passend zur flachen Geschichte eher simpel, auch wenn sie mit dem Fokus auf Macht, Gier und Unersättlichkeit der Menschen zumindest glaubhaft ist.