Im Herzschlag der Zeit

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azyria_sun Avatar

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Worum geht’s?
Doreen ersteigert eine Villa. Für gerade einmal 100 Euro. Ein Anwesen, das zwar ziemlich heruntergekommen, aber eigentlich mehrere Millionen wert ist. Ein unglaubliches Schnäppchen also. Oder? Denn warum wollte sonst niemand dieses Haus haben? Kaum sind Doreen und ihre Tochter Marina eingezogen, scheint sich ihr Leben plötzlich zum Guten zu wenden. Wünsche werden wahr und Träume plötzlich greifbar. Doch welchen Preis verlangt die Villa dafür?

Meine Meinung:
Ich glaube, das war tatsächlich mein erstes Buch von Markus Heitz. Aber wie genial war bitte dieser Horror-Roman rund um „Die Villa“?!? Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: lebendig, bildhaft und unglaublich atmosphärisch. Auch der Horror hatte für mich genau die richtige Dosis. Genug für ordentliches Kopfkino, aber nicht so viel, dass ich anschließend sämtliche Geräusche im Haus hinterfragen musste. Vor allem aber fand ich die Idee hinter der Villa einfach genial.

Wir erleben die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Doreen, die als Filialleiterin in einem Discounter gemeinsam mit ihrer Tochter Marina mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Marina träumt davon, als Sängerin durchzustarten. Dann ist da noch Ethan, ein englischer Musiker, der ebenfalls mit dem Fluch der Villa in Berührung kommt und dabei auf eine unheilvolle Verbindung stößt.

Und genau hier wird die Geschichte richtig spannend. Denn hinter der Villa steckt so viel mehr als ein altes Gemäuer mit düsterer Vergangenheit. Menschen wie Aleister Crowley und Doyle werden mit ihr in Verbindung gebracht, Spuren führen von Leipzig nach England und Frankreich und die Ursprünge der Geschichte reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Gerade davon hätte ich unheimlich gerne noch mehr erfahren. Ein paar zusätzliche Kapitel mit Rückblicken auf die damaligen Geschehnisse hätten für mich perfekt gepasst.

Aber auch die Gegenwart hat mich komplett gefesselt: die Dynamik zwischen Mutter und Tochter, das Eigenleben der Villa, ihre Geheimnisse und natürlich die Toten. Viel mehr möchte ich gar nicht erzählen, denn hier lässt sich verdammt schnell etwas spoilern. Nur so viel: Gohlis entwickelt sich irgendwann zu einer ziemlich ausgewachsenen Straße des Horrors.

An manchen Stellen hätten einzelne Szenen für meinen Geschmack sogar noch etwas ausführlicher und drastischer sein dürfen. Für mich als Wiedereinsteigerin in dieses Genre war die Mischung allerdings nahezu perfekt. Das Buch hat meine Fantasie ordentlich angeheizt und mir definitiv Lust auf mehr Horror gemacht. Und am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage: Würdest du in dieser Villa wohnen wollen?!?

Fazit:
Mit „Die Villa“ hat Markus Heitz mir einen verdammt gelungenen Wiedereinstieg ins Horror-Genre beschert. Das unheimliche Eigenleben des Hauses, historische und okkulte Verbindungen und eine Geschichte, deren Wurzeln tief in die Vergangenheit reichen, haben mich von Anfang bis Ende gefesselt. Von der Historie der Villa hätte ich gerne noch mehr erfahren und für alte Horror-Hasen hätte es sicher etwas heftiger sein dürfen. Für mich war die Mischung aus Spannung, Grusel, Geheimnissen und historischem Hintergrund aber genau richtig. Atmosphärisch, fantasieanregend und herrlich unheilvoll.

4 Sterne von mir.