Leider enttäuschend

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19cici95 Avatar

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Als ich gesehen habe, dass der Meister des deutschsprachigen Fantasys einen Horror-Roman geschrieben hat, war ich total vorfreudig.
Die zentrale Figur ist hier ein Gebäude, in Anlehnung an die vielen Gothic Horror Novels, die ein ähnliches Motiv aufweisen.
Die erste Überraschung war dann die Kürze des Buches. Nur knapp über 300 Seiten und dann noch mit einem Handlungsstrang in Deutschland und einem in England – man hätte stutzig werden können.

Die ersten Kapitel beginnen vielversprechend. Die Ersteherin der Villa wird vorgestellt (hier geht einmal vielen Dank raus für die Erwähnung des Berufs der Rechtspflegerin), dann die Funktionsweise der Villa und schließlich auch Tochter Marina. Der Plot geht flott voran (wie gesagt, kaum über 300 Seiten), manchmal passieren Zeitsprünge, auf die nicht näher eingegangen wird.
Und hier fangen dann auch die Probleme des Buches an. Sowohl die Protagonistin Doreen, als auch Marina sind als Charaktere kaum bis gar nicht zu greifen. Marina pubertiert und macht Musik und Doreen – ja, die wechselt ihre Meinungen mit dem Wind. Erst Villa verkaufen, dann wieder nicht, dann als sie schon halb fertig restauriert ist auf einmal doch wieder. Man weiß nicht woran man bei ihr ist und ich führe das auf eine Plot- und Pacing-Problematik zurück. Z.B. erfährt Doreen, dass ihr Nachbar gestorben ist und mehr als ein Schulterzucken hat sie dafür nicht übrig, sie geht zurück zur Party, die in diesem Moment der eigentliche Handlungsstrang ist. Für die Kürze des Buchs gibt es zu viele Charaktere (Immobilienhai, Schläger, englischer Mann) und zu viel Hintergrundstory. Das wäre alles super spannend gewesen, wenn es Zeit gehabt hätte, sich zu entfalten.

Die eigentlichen Horror-Szenen sind wie gewohnt gut geschrieben und haben während des Lesens wirklich Spaß gemacht. Einzige Kritik auch hierbei: sie waren zu kurz und wenig einflussreich auf die Handlung. Sobald der Horror vorbei war, war auch die ängstliche Stimmung vorbei. Ich habe nicht mit den Protagonisten mitgefiebert, deswegen war mir am Ende auch egal, was mit ihnen passiert.
Das Ende war okay, hätte aber besser als ein 08/15-Ende einer Horror-Geschichte sein können.

Alles in allem bin ich leider ziemlich enttäuscht von diesem Buch. Besonders, wenn man schon mehrere Heitz-Bücher gelesen hat und eigentlich weiß was er kann.