Spannender Horror-Roman

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carola1475 Avatar

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Doreen ist seit ihrer Kindheit fasziniert von einer Villa im Leipziger Stadtteil Gohlis und kann ihr Glück kaum fassen, als sie bei der Zwangsversteigerung den Zuschlag für die vernachlässigte Villa im Poetenweg erhält. Obwohl ihre pubertierende Tochter Marina sich zuerst sträubt, ziehen die beiden schnell im Poetenweg ein. Den beiden Frauen geht es gut in der Villa, Wünsche werden wahr und besonders Marina ist glücklich mit dem neuen Zuhause und macht engagiert bei der Renovierung mit.

Mit der Beschreibung der Zwangsversteigerung und der realistischen Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Doreen und Marina beginnt der Roman vermeintlich harmlos, doch in der Villa herrscht von Anfang an eine geheimnisvolle Atmosphäre.

In einem zweiten Erzählstrang hadert Ethan Ryce in London mit dem plötzlichen und gleichzeitigen Tod seiner Mutter und ihrer langjährigen Freundin. Er versteht die Todesumstände nicht und beginnt, anhand von alten Fotos in der Familiengeschichte zu recherchieren, andere Möglichkeiten hat er nicht.

Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven der Hauptfiguren, Cliffhanger an Kapitelende tragen zur Spannung bei. Bildhaft und anschaulich schildert Markus Heitz die Ereignisse in der Villa und während Ethans Nachforschungen, die zu Mitgliedern einer alten okkultistischen Loge führen. Sehr interessant, wenn auch nur kurz erwähnt, fand ich, wer damals dazu gehörte und auf Fotos im hinteren aufklappbaren Umschlag zu sehen ist. (Auch der vordere Umschlag ist gelungen und zeigt schön schaurig eine wichtige 'Figur' der Handlung.) Ebenfalls spannend war es, über das in der Vergangenheit real existierende Cabaret Du Néant zu lesen, dessen Nachfolgeetablissement Ethan in Paris aufsucht.

Nicht gefallen hat mir die vulgäre Sprache in zwei, drei Szenen. Das fand ich überflüssig, weil der übernatürliche Horror auch nonverbal deutlich wird.
Markus Heitz beweist seine einfallsreiche Fantasie beim düsteren Horror im Poetenweg, der immer mehr eskaliert, und packend bleibt bis zum Schluss die Frage, wer noch sterben muss und ob Doreen und Marina überleben werden.