Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?
Wer hofft nicht, irgendwann sein Traumhaus zu besitzen? Doreen Markert glaubt, dass sie dieses Ziel erreicht hat. Die alleinerziehende Mutter kann für wenig Geld ihre Traumvilla seit Kindheitstagen in einem Leipziger Stadtviertel ersteigern. Zwar besteht hoher Renovierungsbedarf und das Denkmalamt ist mit im Boot, aber Doreen glaubt, dass sie das alles stemmen kann. Sie will ihren Job bei einem Discounter an den Nagel hängen und ein kleines Kunstcafé in der Villa eröffnen. Noch ahnt sie nicht, dass sie mehr als ein altes Gemäuer gekauft hat.
Markus Heitz, den ich als Fantasyautor kenne und schätze, begibt sich mit „Die Villa“ in ein neues Genre - Horror-Roman steht auf dem Cover. Ich war bereit, mich auf etwas Neues einzulassen und wurde spannend unterhalten.
Seit Doreen und ihre 15-jährige Tochter Marina in der Villa wohnen, läuft es bei ihnen wie geschmiert. Sie finden einen Handwerker, Torsten, der ihnen kompetent und günstig, beim Renovieren hilft. Marina, deren anfängliche Ablehnung sich in Begeisterung gewandelt hat, erzielt mit ihrem neuesten Song einen großen Erfolg auf YOUTUBE. Sie weckt sogar das Interesse eines Musikproduzenten, der ihr einen Vertrag anbietet. Je höher die Zahl ihrer Follower steigt, umso faszinierter scheint Marina von der Villa.
Während die Dinge in Leipzig scheinbar bestens stehen, geschieht in London ein rätselhafter Doppelmord. Der Musiker Ethan versteht nicht, warum seine Mutter und ihre Freundin seit Kindertagen sich gegenseitig umgebracht haben sollen. In ihrem Nachlass findet er mysteriöse Unterlagen über eine magische Loge, die ihm keine Ruhe lassen. Er beginnt nachzuforschen. Seine Suche führt ihn nach Kronberg und Paris.
Die Geschichte nimmt allmählich Fahrt auf. Ein Tempo, das mir gefällt. Alles wirkt normal bis erste ungewöhnliche Ereignisse geschehen. Menschen verschwinden oder sterben. Im Hintergrund immer das Tick-Tack der großen Standuhr, das die Villa lebendig wirken lässt. Während Ethan auf seiner Spurensuche wahrhaft grauenhafte Situationen erlebt, die eindeutig „übersinnlich“ erscheinen, häufen sich auch im Poetenweg allmählich Tote und Gewalttaten.
Leider waren mir die Protagonisten, mit einer Ausnahme, entweder nicht sonderlich sympathisch oder starben innerhalb kurzer Zeit, sodass sie wenig Tiefe entwickeln konnten. Hauptfigur Doreen wirkt naiv, wie sie auf den Anwalt eines Konzerns abfährt, dem es offensichtlich nur um die Villa geht. Marina wirkt wie das Klischee eines egozentrischen Teenagers. Ich habe mich wiederholt gefragt, warum sich bei mir keine Gänsehaut bildet. Mir hat das Emotionale im Roman gefehlt. Die Ängste und der Grusel der Charaktere konnten nicht miterlebt werden. Sie waren überdies nicht so angelegt, dass man als Leser Mitleid mit ihnen hatte. Das gehört aber für mich zum Grusel dazu. Der ist nicht sehr ausgeprägt, wenn mir das Schicksal der Beteiligten egal ist. Ohne emotionales Engagement finde ich das Waten in Blut, Leichen und Eingeweiden zwar abstoßend, aber eben nicht gruselig.-
Der Roman ist flott geschrieben und spannend bis zum Schluss. Die Villa hat mich fasziniert und ist ein ideales Setting. Gern hätte ich mehr über die Hintergründe, die magische Loge, die Entstehung des „Eigenlebens“ der Villa, den Fluch und die Steinpüppchen erfahren. Die Erwähnung des Cabaret du Néant, sowie die illustren Namen Crowley, Blavatsky und andere haben meine Neugier geweckt und da hätte ich gern mehr gelesen. Es hätte gut gepasst, wenn ein paar Kapitel in der Vergangenheit der Villa gespielt hätten. Auch die Entstehung und Wirkung der mysteriösen Droge, die eine nicht unwichtige Rolle spielt, hätte mich interessiert.
Letztlich verbinden sich die beiden Handlungsstränge, die Geschichte nimmt noch einmal an Fahrt auf. Eine Lösung scheint gefunden und in einem dramatischen blutigen Showdown wird das Böse scheinbar besiegt. Der Exorzismus war eine spannende Wendung, wurde aber ziemlich knapp abgehandelt. Dass ausgerechnet der einzige mir sympathische Buchcharakter sterben musste, hat mir naturgemäß nicht gefallen. „Die Villa“ hat ein offenes Ende, was zu der Geschichte passt und stimmig ist.
Markus Heitz, den ich als Fantasyautor kenne und schätze, begibt sich mit „Die Villa“ in ein neues Genre - Horror-Roman steht auf dem Cover. Ich war bereit, mich auf etwas Neues einzulassen und wurde spannend unterhalten.
Seit Doreen und ihre 15-jährige Tochter Marina in der Villa wohnen, läuft es bei ihnen wie geschmiert. Sie finden einen Handwerker, Torsten, der ihnen kompetent und günstig, beim Renovieren hilft. Marina, deren anfängliche Ablehnung sich in Begeisterung gewandelt hat, erzielt mit ihrem neuesten Song einen großen Erfolg auf YOUTUBE. Sie weckt sogar das Interesse eines Musikproduzenten, der ihr einen Vertrag anbietet. Je höher die Zahl ihrer Follower steigt, umso faszinierter scheint Marina von der Villa.
Während die Dinge in Leipzig scheinbar bestens stehen, geschieht in London ein rätselhafter Doppelmord. Der Musiker Ethan versteht nicht, warum seine Mutter und ihre Freundin seit Kindertagen sich gegenseitig umgebracht haben sollen. In ihrem Nachlass findet er mysteriöse Unterlagen über eine magische Loge, die ihm keine Ruhe lassen. Er beginnt nachzuforschen. Seine Suche führt ihn nach Kronberg und Paris.
Die Geschichte nimmt allmählich Fahrt auf. Ein Tempo, das mir gefällt. Alles wirkt normal bis erste ungewöhnliche Ereignisse geschehen. Menschen verschwinden oder sterben. Im Hintergrund immer das Tick-Tack der großen Standuhr, das die Villa lebendig wirken lässt. Während Ethan auf seiner Spurensuche wahrhaft grauenhafte Situationen erlebt, die eindeutig „übersinnlich“ erscheinen, häufen sich auch im Poetenweg allmählich Tote und Gewalttaten.
Leider waren mir die Protagonisten, mit einer Ausnahme, entweder nicht sonderlich sympathisch oder starben innerhalb kurzer Zeit, sodass sie wenig Tiefe entwickeln konnten. Hauptfigur Doreen wirkt naiv, wie sie auf den Anwalt eines Konzerns abfährt, dem es offensichtlich nur um die Villa geht. Marina wirkt wie das Klischee eines egozentrischen Teenagers. Ich habe mich wiederholt gefragt, warum sich bei mir keine Gänsehaut bildet. Mir hat das Emotionale im Roman gefehlt. Die Ängste und der Grusel der Charaktere konnten nicht miterlebt werden. Sie waren überdies nicht so angelegt, dass man als Leser Mitleid mit ihnen hatte. Das gehört aber für mich zum Grusel dazu. Der ist nicht sehr ausgeprägt, wenn mir das Schicksal der Beteiligten egal ist. Ohne emotionales Engagement finde ich das Waten in Blut, Leichen und Eingeweiden zwar abstoßend, aber eben nicht gruselig.-
Der Roman ist flott geschrieben und spannend bis zum Schluss. Die Villa hat mich fasziniert und ist ein ideales Setting. Gern hätte ich mehr über die Hintergründe, die magische Loge, die Entstehung des „Eigenlebens“ der Villa, den Fluch und die Steinpüppchen erfahren. Die Erwähnung des Cabaret du Néant, sowie die illustren Namen Crowley, Blavatsky und andere haben meine Neugier geweckt und da hätte ich gern mehr gelesen. Es hätte gut gepasst, wenn ein paar Kapitel in der Vergangenheit der Villa gespielt hätten. Auch die Entstehung und Wirkung der mysteriösen Droge, die eine nicht unwichtige Rolle spielt, hätte mich interessiert.
Letztlich verbinden sich die beiden Handlungsstränge, die Geschichte nimmt noch einmal an Fahrt auf. Eine Lösung scheint gefunden und in einem dramatischen blutigen Showdown wird das Böse scheinbar besiegt. Der Exorzismus war eine spannende Wendung, wurde aber ziemlich knapp abgehandelt. Dass ausgerechnet der einzige mir sympathische Buchcharakter sterben musste, hat mir naturgemäß nicht gefallen. „Die Villa“ hat ein offenes Ende, was zu der Geschichte passt und stimmig ist.