Viel mehr als nur ein Buch über Esel
Mein erster Eindruck von Die Weisheit der Esel ist durchweg positiv. Das Cover wirkt ruhig und entschleunigend und passt perfekt zum Inhalt. In der Leseprobe begleitet man Andy Merrifield durch die Auvergne, vorbei an Orten wie Le Chambon, Channat und Allègre, wo er immer wieder Esel beobachtet und schließlich mit dem Esel Gribouille auf Wanderschaft geht. Dabei geht es überraschend wenig um Eselhaltung und viel mehr um das Leben, Geduld, Achtsamkeit und die Frage, warum wir Menschen ständig unter Zeitdruck stehen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist ruhig, bildhaft und fast schon poetisch, ohne dabei anstrengend zu werden. Besonders die Beschreibungen der Landschaft und die Begegnungen mit Gribouille haben bei mir sofort Bilder im Kopf entstehen lassen. Gribouille selbst war mir direkt sympathisch, ebenso wie Jean, der die Eselwanderungen organisiert. Die Figuren wirken authentisch und man merkt, dass die Erlebnisse auf echten Erfahrungen beruhen. Obwohl eigentlich nicht viel „passiert“, hat mich die Leseprobe neugierig gemacht. Ich erwarte kein klassisches Sachbuch über Esel, sondern eher eine Mischung aus Reisebericht, Naturbeobachtung und Lebensphilosophie. Gerade diese ungewöhnliche Kombination macht das Buch für mich interessant. Ich würde auf jeden Fall weiterlesen, weil die Geschichte eine angenehme Ruhe ausstrahlt und mich schon nach wenigen Seiten entschleunigt hat.